Fahrbericht: Das Elektroauto Nissan e-NV200 wird die Transportwelt revolutionieren

Das Elektroauto Nissan e-NV200 kommt am 7. Juli 2014 auf den Markt und es verfügt über das Potenzial, die Transportwelt zu revolutionieren.
Der e-NV200 erinnert nicht zufällig an den Leaf, denn die besten Eigenschaften wurden von dem Erfolgsstromer übernommen, dank seines variablen nutzbaren Laderaum ist der Elektro-Van für Unternehmen und Familien gleichermaßen gut geeignet.

Elektroauto Nissan e-NV200 im  Industriehafen von Barcelona.
Elektroauto Nissan e-NV200 im Industriehafen von Barcelona.

Der Verkaufsstart für das Elektroauto Nissan e-NV200 beginnt am 7. Juli 2014 und ich hatte bereits im Vorfeld die Möglichkeit, dass neuste Serien-Elektrofahrzeug von Nissan in Barcelona selbst zu testen, wo er auch produziert wird.

Das Elektromobil e-NV200 ist der große Bruder in der Stromerfamilie von Nissan, denn in ihm steckt viel vom Elektroauto Nissan Leaf. So wurden einige Schlüsselkomponenten vom Leaf übernommen und dennoch sind etwa 30 Prozent aller Teile neu, so wurden viele Details modifiziert oder sogar neu konstruiert.
Es wurden Änderungen an dem Exterieur-Design und dem Innenraum vorgenommen, ebenfalls wurde das Fahrwerk neu abgestimmt. Im Antriebsstrang des Stromers kommen ein neues Batteriepaket und ein leistungsstärkeres regeneratives Bremssystem zum Einsatz.
Die Batterieeinheit des e-NV200 verfügt – wie der Leaf – über 48 Lithium-Ionen Akkuzellen mit einer Gesamtspeicherkapazität von 24 kWh.

Hier sind die einzelnen Lithium-Ionen Akkuzellen der Batterieeinheit im Elektroauto Nissan e-NV200 zu sehen.
Hier sind die einzelnen Lithium-Ionen Akkuzellen der Batterieeinheit im Elektroauto Nissan e-NV200 zu sehen.

Vor dem Marktstart wurde der e-NV200 bereits von zahlreichen Unternehmen auf seine Praxistauglichkeit getestet, dazu gehören DHL, FedEx, Coca Cola, DHL, British Gas, die japanische Post, Blumen- und Gemüsehändler – nach dem Test wurden dann noch ein paar Verbesserungen vorgenommen.

Ohne Rückbank passen zwei Europaletten (hintereinander) in den Elektrotransporter, die Ladefläche beträgt (ohne Rückbank) insgesamt 4,3³ (Kubikmeter) – so ist der Laderaum 2,04 Meter lang und an der schmalsten Stelle 1,22 Meter breit.
Bei Bedarf kann der Laderaum sogar auf bis zu 2,80 Meter verlängert werden, hierfür muss die Trennwand und die Beifahrersitzlehne umgeklappt werden.

Den Stromer gibt es in 3 Varianten: Kastenwagen, Kombi und Evalia (die Kombi- und die Evalia-Version bieten Platz für fünf Personen.

Unabhängig von seinen Transportaufgaben kann der elektrische Lastenesel gleich drei Aufgaben übernehmen:
1. Umweltfreundliches Fahrzeug
2. Pufferspeicher (für Strom)
3. Virtuelles Kraftwerk

Das Elektroauto Nissan e-NV200 wird in Barcelona produziert.
Das Elektroauto Nissan e-NV200 wird in Barcelona produziert.

Die Batterieeinheit kann über drei Wege aufgeladen werden: CHAdeMO (34A, 80 % = Dauer: ca. 30 Minuten; 100 % = 4 Stunden), Wallbox (16A, 8 Stunden = 100 Prozent)oder eine normale Steckdose (10A; 100 % = Ladedauer ca. 12 Stunden). Und über den CHAdeMO-Standard ist der E-Lieferwagen auch in der Lage, Vehicle2Grid und Vehicle2Building Systems zu unterstützen.
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Der elektrisch angetriebene Van macht nicht nur als Transportfahrzeug, sondern auch als Familienfahrzeug eine gute Figur. Denn es gibt ihn mit 2 oder mit 5 Sitzplätzen, so dass man auch gut als fünfköpfige Familie elektrisch unterwegs sein kann und trotzdem noch genug Platz im Kofferraum hat, denn mit der Rückbank fasst der Kofferraum  noch 2,27 Kubikmeter.

Als in Barcelona der erste e-NV200 vom Band gelaufen ist, sagte Andy Palmer (Chief Planning Officer, Nissan Motor Co. Ltd.):

„Dies ist ein richtungsweisender Tag für Nissan. Elektroautos gelten heute nicht mehr als Nischenfahrzeuge. Doch während viele Hersteller gerade erst ihr erstes Zero-Emission-Fahrzeug auf den Markt bringen, bekleidet Nissan hier bereits eine Vorreiterrolle. Wir sind sehr stolz darauf, dass der Nissan Leaf als weltweit meistverkauftes Elektroauto bereits über 110.000 Kunden mit seinem leisen und entspannten Fahrverhalten erfreut.“

Motor und Batterie

Angetrieben wird der Nissan e-NV200 vom aus dem Nissan Leaf bekannten Wechselstrom-Synchronmotor zweiter Generation, dieser Elektromotor leistet 80 kW/109 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 254 Nm. Trotz des veränderten Anordnung besteht das Batteriepaket analog zum Leaf aus 48 Modulen und weist mit 24 kWh auch die gleiche Kapazität auf.
(Die Batteriezellen werden übrigens im englischen Nissan Werk Sunderland produziert.)

Die Höchstgeschwindigkeit ist bei dem e-NV200 auf 120 km/h begrenzt, den Sprint von 0 auf 100 km/h meistert er trotzdem in 14 Sekunden. Übrigens ist er im Betrieb nur maximal 26dB laut.

Es kann eine maximale Nutzlast von 770 Kilogramm transportiert werden, dank der 254 Nm Drehmoment kann man so sogar Steigungen von bis zu 30 Prozent erklimmen.

Nach dem neuen europäischen Messzyklus NEFZ (Neuer Europäischer Fahr-Zyklus) reicht eine Batterieladung des e-NV200 für bis zu 170 Kilometer. Für den Großteil der Kunden wird dies ausreichen, denn 35 Prozent aller kommerziell eingesetzten leichten Transporter werden täglich nie mehr als 120 Kilometer bewegt.

 

Der Praxistest des Elektroauto Nissan e-NV200

Im Rahmen des Event durften wir mit den verschiedenen Versionen des Elektroauto Nissan e-NV200 die Gegend rund um und in Barcelona erkunden, um die Möglichkeiten des Elektrovans zu demonstrieren, gab es auch ein paar Stationen, an denen man zum Beispiel die Batterieeinheit in einem Parkhaus in Barcelona aufladen konnte.
Aber auch ein paar Spiele waren dabei, so sollte man zum Beispiel mit ein paar Kisten möglichst genau die 770 kg Ladung im Laderaum verteilen, bei einem anderen Spiel bestand die Aufgabe darin, möglichst viel Badespielzeug innerhalb von 20 Sekunden in das Fahrzeug zu bekommen.

Bei einem der getesteten Vans gab es mangels des geschlossenen Laderaums keinen Rückspiegel, so war es für mich in der ersten Zeit etwas ungewohnt, nur die 2 Seitenspiegel zur Verfügung zu haben. Aber dafür hatten wir eine Rückfahrkamera zur Verfügung, welche im Infotainmentsystem integriert ist.
Von dem Fahrverhalten her unterscheidet sich der e-NV200 nicht stark vom Leaf, aber das leichte Lenkradspiel ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Die wichtigsten Informationen bekommt man als Fahrer über ein LED-Displays, einem fällt sofort eine digitale Geschwindigkeitsanzeige mit drei kleineren, darunter angeordneten Anzeigen für Ladezustand, aktuelle Reichweite sowie Motorleistung und Rekuperation (Energierückgewinnung beim Bremsvorgang) auf.
Ein menügesteuertes Multifunktions-Display liefert zusätzliche Informationen: Dazu zählen ein Energieverbrauchs-Protokoll, ein Tages- und Gesamtkilometerzähler, eine Reifendruckanzeige sowie Angaben zu Datum, Uhrzeit und Außentemperatur.
Eine gelbe Warnlampe macht auf zu hohe Temperaturen in der Batterie aufmerksam; kühlt der Akku ab, wechselt sie die Farbe in Blau.

In Barcelona werden wird der e-NV200 auch als Taxi eingesetzt, dennoch sind die Menschen anscheinend noch nicht wirklich an elektrisch fahrende Fahrzeuge gewöhnt. Denn gerade bei den Seitenstraßen sind bei größerem Fußgängeraufkommen ab und zu Menschen auf der Straße lang gegangen, da diese das heranfahrende Fahrzeug nicht gehört haben, musste ich mehrmals mit der Hupe auf mich aufmerksam machen.

Als Fazit kann ich sagen, dass man mit dem Elektroauto Nissan e-NV200 im Transportbereich als auch als Familie glücklich wird.

So viel kostet das Elektroauto Nissan e-NV200

Die Kastenwagenversion kostet inklusive Batterie 25.058 Euro brutto (wird die Batterieeinheit geleast, kostet der Wagen nur 20.100 Euro (brutto)).
Der Kombi beginnt preislich bei 34.458 Euro, der Evalia fängt bei 36.000 Euro an.

Es kam auch die Frage auf, warum es das Elektrofahrzeug nicht mit einem Range-Extender gibt, hier nennt Nissan zwei Hauptgründe, warum dies nicht angeboten wird:

  1. 35 Prozent fahren mit einem Van nicht weiter als 120 Kilometer weit.
  2. Würde ein zusätzlicher Motor die Kosten steigern.

Gegenüber einem vergleichbaren Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor liegt die Kostenersparnis bei ca. 40 bis 50 Prozent (bzw. bei 700 Euro pro Jahr (bei einer angenommenen Fahrleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr)), hierbei ist unter anderem Berücksichtigt, dass man keine Ölwechsel mehr durchführen lassen muss und nur noch die Scheibenwischerflüssigkeit nachfüllen muss.

 Sonstiges

Die Lieferzeit wird übrigens bei etwa drei Monaten liegen.

Dakombiniert Nissan die besten Gene des Leaf (World Car of the Year 2011) mit dem Klassenbesten und extrem variabel nutzbaren Laderaum des NV200 (International Van of the Year 2010).

In Europa hat Nissan bereits 1.100 CHAdeMO-Schnellladestationen installiert, in Deutschland sind es derzeit 60 Stück (bis Ende des Jahres sollen es 100 werden) – der Fokus liegt auf den sogenannten Multistandard-Ladestationen.

Bloggerkollegen

Bei dem Event waren auch die Blogger Daniel Bönnighausen (Saving-Volt.de) und Guy Weemaes (Goingelectric.de) dabei.

Hier sind noch viel mehr Fotos (bitte auf eines der Bilder klicken, um dieses in einer höheren Auflösung zu sehen):

 

 

Passende Fahrzeuge

Elektroauto Nissan e-NV200 nebeneinander

Nissan e-NV200 Evalia

Elektroauto Nissan e-NV200

Nissan e-NV200 Van

Betriebsspionage Renault. Wie wird der Fall mit der Betriebsspionage bei den Elektroautos bei Renault wohl ausgehen? Der Akku des Renault Kangoo Fluence ZE wird geleast. Bildquelle: Renault

Elektroauto Renault Kangoo Z.E.

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17 Gedanken zu „Fahrbericht: Das Elektroauto Nissan e-NV200 wird die Transportwelt revolutionieren

  • 15. Juni 2014 um 18:15
    Permalink

    Also der Einstiegspreis von Knapp 20.000 bei Akkumiete ist ja beeindruckend. Wird der Leaf da auch günstiger werden?

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  • 15. Juni 2014 um 18:29
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    Darüber wurde nichts gesagt, aber bei den Preisen kommt noch die Mehrwertsteuer drauf.

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  • 15. Juni 2014 um 18:32
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    Oh das ist Schade 🙁 Da sind war ja auch dann bei Leafpreisen angekommen wieder 🙁

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  • 16. Juni 2014 um 06:44
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    Im Text steht aber Brutto!
    Kostet dann aber trotzdem noch 7000,- € mehr als die Verbrenner Version.

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  • 26. Dezember 2014 um 07:49
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    Mit Blick auf das letzte Bild Redundant: Drei Jahre auf der Straße und gesalzen im Winter tot sein.

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