Das Elektroauto BMW i3 ist auch nach 100.000 zuverlässig

[05.04.2020] Das Elektroauto BMW war eines der ersten Stromer eines deutschen Autoherstellers, der ADAC zieht nun nach 5 Jahren und 100.000 Kilometern sein Fazit.

Die Serienversion des Elektroauto BMW i3 wird auf der Automesse Auto-Salon Genf der Öffentlichkeit präsentiert. Bildquelle: BMW
Die Serienversion des Elektroauto BMW i3 wird auf der Automesse Auto-Salon Genf der Öffentlichkeit präsentiert. Bildquelle: BMW

Das Elektroauto BMW i3 wurde mehrmals verbessert, der ADAC testet den Stromer i3 Rex seit fünf Jahren – in der Zeit wurde das Auto über 100.000 Kilometer bewegt.

Im Jahr 2013 ist das Elektroauto BMW i3 auf den Markt gekommen, mit seinem optional erhältlichen Range Extender galt es als Eierlegende Wollmilchsau der Mobilität.
Zu den immer noch zählenden Pluspunkten gehört auch die Karosserie, welche aus Kohlefaserstoffen hergestellt wird und somit besonders leicht ist.

ADAC Technikzentrum Landsberg testet seit 5 Jahren das Elektroauto BMW i3 Rex.

Im Jahr 2014 wurde der i3 Rex von den Landsberger Technikern in den Elektro-Dauertest aufgenommen. Innerhalb von fünf Jahren absolvierten sie mit ihm knapp über 100.000 Kilometer, was einer Jahresfahrleistung von immerhin 20.000 Kilometern entspricht. Ein beachtliches Pensum, wenn man bedenkt, dass ein vergleichbarer Kleinwagen mit Verbrenner durchschnittlich auf eine Jahresfahrleistung von etwa 12.500 Kilometern kommt.

Der Dauertest eines Elektroautos zeigt, dass Stromer schon lange fit für den Alltag sind

Im Rahmen des Dauertestes sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie alltagstauglich ist das ElektroautoElektroauto BMW i3?

  • Ist die Technik anfällig oder ausreichend robust?

  • Wie stark reduziert sich über die Jahre die Energiekapazität des Akkus?

  • Wie zufrieden sind die verschiedenen Nutzer? Was gab es zu bemängeln?

Der Energiegehalt der Batterieeinheit beträgt 22 kWh, wovon aber nur 18,8 kWh tatsächlich nutzbar sind. Die Reichweite wird von BMWBMW für den i3 Rex, Baujahr 2014, mit 170 Kilometer (NEFZ) angegeben. Unter realen Bedingen liegt die Reichweite zwischen 90 und 130 Kilometer– im tiefkalten Winter auch mal nur bei 80 Kilometer.

Nicht verwunderlich, dass sich die elektrische Reichweite hin und wieder auf der Dienstreise als zu gering erwies. Doch immer wenn der Akkufüllstand unter etwa 7 Prozent fiel, sprang der Range Extender automatisch an und brachte seinen jeweiligen Fahrer ohne Zeitverzögerung ans Ziel. Der Benzinvorrat von 9 Litern im Tank reichte dann für etwa 100 bis 120 Kilometer.

Bezogen auf die gesamten 100.000 Kilometer im Dauertest betrug der Anteil des Benzinbetriebs mit dem i3 etwa 15 Prozent. Der Benzinverbrauch lag im Schnitt bei 7,5 Liter pro 100 Kilometer.

Zu Testbeginn gab es passende CCS-Ladestationen noch extrem selten, allerdings wurde das E-Auto sowieso oft beim ADAC aufgeladen. Die Erfassung der Ladekurve beim Schnellladen zeigte mit bis zu 45 Prozent Akkufüllung eine stabil hohe Leistung, um danach kontinuierlich heruntergeregelt zu werden. Das Ergebnis: Ein Akku, der nur noch zu 10 Prozent geladen war, konnte innerhalb von 20 Minuten auf 80 Prozent geladen werden. Das entspricht einer nachgeladenen Energie  von 11,4 kWh oder einer nachgeladenen Reichweite von immerhin 79 Kilometer.

Technische Defekte und Auffälligkeiten

Das Testexemplar des Elektroauto BMW i3 fuhr weitgehend sehr zuverlässig und blieb während des Dauertests nicht einmal wegen eines technischen Defektes liegen.

Außerplanmäßige Werkstattaufenthalte gab es trotzdem bei:

  • 35.700 km: Türsensor defekt, Tankdeckel öffnet nicht

  • 64.700 km: Ladekabel defekt

  • 65.947 km: Federbeinlager ausgetauscht

  • 95.460 km: Lenkradleder gelöst. Lenkrad ausgetauscht

  • 101.996 km: Funkschlüssel defekt

  • 103.000 km: Notentriegelung der Tankentlüftung abgebrochen,
    ersetzt

Die zwei Hauptuntersuchungen (TÜV) hatte der Stromer ohne Probleme gemeistert, nur die Bremsen sollten im Auge behalten werden. Denn diese neigen bei elektrisch angetriebenen Autos eher dazu, zu rosten. Denn wegen der Rekuparation werden diese viel seltener benutzt.

Allerdings sind bei dem Testwagen die schmalen Reifen schnell verschließen gewesen, der erste Satz hielt nur 14.231 Kilometer, beim zweiten Satz mussten nach 12.308 Kilometern auf der hinteren Achse neue Reifen montiert werden. Es scheint also, dass die schmalen Reifen mit dem hohen Drehmoment relativ schnell überfordert sind.

Wie fit war der Akku nach 100.000 Kilometern?

Die Batterieeinheit hatte beim Kauf einen Kapazität von 100 Prozent, nach fünf Jahren und 100.000 Kilometern beträgt die Kapazität noch 86 Prozent. Das heißt, dass auch von der ohnehin schon geringen Reichweite von etwa 100 Kilometern am Ende des Dauertests nur noch 86 Kilometer potenzielle Reichweite übrig waren. Vom Garantiefall ist das aber noch weit weg.

Zu bemängeln ist, dass der i3 keinerlei Informationen über den Kapazitätsverlust liefert. Denn bei der Reichweite werden keine „Absolutwerte“, sondern nur auf dem vorausgegangenen Fahrstil basierende Prognosewerte angezeigt. Der Batterieladezustand ist ebenfalls kein Indiz, denn er zeigt trotz gesunkener Batteriekapazität nach Vollladung stets 100 Prozent an – er passt sich also dynamisch der restlichen Batteriekapazität an.

Fazit des 100.000-Kilometer-Dauertests

Die Tester des ADAC beurteilen das Elektroauto BMW i3 Rex insgesamt positiv, neben seinen sportlichen Talenten – eine gute Raumergonomie für die Insassen sowie die Tatsache, dass die Reichweitenprognose stets sehr genau zutraf und sich dynamisch dem jeweiligen Fahrszenario anpasste. Mit der Eingabe eines Navigationsziels wurde die Reichweitenprognose sogar noch genauer, denn sie wird anhand des Routenprofils unter Berücksichtigung von Geschwindigkeit und Topografie neu berechnet.

Aufgrund der bis zum Ende des Tests gezeigten Haltbarkeit des Akkus geht der davon aus, dass die Abnahme der Kapazität auf 70 Prozent erst nach etwa 200.000 Kilometern erfolgt. Das wäre hochgerechnet nach 10 Jahren.

Laut BMW ist kein direkter Nachfolger des Elektroauto i3 geplant. Er soll aber noch bis 2024 weitergebaut und das Batterie- sowie Bedienkonzept weiterentwickelt werden.

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Kai

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