Fahrer testet den Autopiloten des Elektroauto Tesla Model S ohne auf dem Fahrersitz zu sitzen

3 Minuten Lesezeit

Wenn der Autopilot einen Spurwechsel durchführen soll, werden die Fahrzeuge rund um das Elektroauto Tesla Model S mit den Sensoren überwacht. Bildquelle: Tesla Motors

Für das Elektroauto Tesla Model S gibt es seit dem 15. Oktober 2015 optional den sogenannten Autopiloten, hierbei handelt es sich um ein erweitertes Assistenzsystem, welches den Fahrer unterstützen soll. Leider riskieren die Fahrer mit dem neuen Feature von Tesla Motors ihr eigenes und das Leben der anderen.

Wenn der Autopilot einen Spurwechsel durchführen soll, werden die Fahrzeuge rund um das Elektroauto Tesla Model S mit den Sensoren überwacht. Bildquelle: Tesla Motors

Wenn der Autopilot einen Spurwechsel durchführen soll, werden die Fahrzeuge rund um das Elektroauto Tesla Model S mit den Sensoren überwacht. Bildquelle: Tesla Motors

Es gibt mittlerweile wenig, was mich sprachlos macht – aber nun hat ein Fahrer eines Model S den Vogel abgeschossen und sich gleichzeitig für den Darwin Award nominiert.

Denn vor kurzem wurde auf Youtube ein Video veröffentlicht, in welchem man sieht, wie jemand auf einer dänischen Autobahn sein Model S mit dem aktivierten Autopilotsystem fahren lässt, ohne das sich jemand auf dem Fahrersitz befindet. Dabei hatte Elon Musk (CEO von Tesla Motors) bei der Präsentation der neuen Firmware gesagt, dass man auch bei dem aktivierten Assistenzsystem die Hände am Lenkrad lassen soll, da sich der Autopilot der Firmware 7.0 noch in der Betaphase befindet.
Laut der Geschwindigkeitsanzeige des Model S fährt der Wagen 83 km/h hinter einem LKW her. Allerdings haben bereits manche Fahrer des Elektroautos die Erfahrung machen müssen, dass der Autopilot völlig unvorhersehbar reagiert und zum Beispiel plötzlich in den Gegenverkehr lenkt. (Siehe auch: Der Autopilot des Elektroauto Tesla Model S verleitet die Fahrer zum Leichtsinn)

Ich selbst bin ein Fan von Assistenzsystemen, allerdings nur, wenn diese richtig eingesetzt werden. Andere Autohersteller haben die Bordcomputer so programmiert, dass man die Hände mindestens alle paar Sekunden am Lenkrad haben muss, damit zum Beispiel der erweiterte Tempomat auch weiterhin funktioniert.
Denn es gibt immer mehr Assistenzsysteme, welche den PKW fast wie ein Roboterauto wirken lassen. So gibt es den Spurhalteassistenten, welcher das Auto in der Spur halten kann und es gibt seit ein paar Jahren Autos mit einem Tempomaten, welcher automatisch bremsen und Gas geben kann – je nach dem, wie der Vordermann fährt.

Das Video aus Dänemark zeigt nun, dass es höchste Zeit wird, dass Tesla Motors dafür sorgt, dass der Autopilot besser die Umwelt vor den waghalsigen Versuchen der Fahrer schützt.

Eigentlich bin ich dafür, dass es so wenig Einschränkungen wie möglich geben sollte – aber das aktuelle Video zeigt, dass manche Menschen mit zu viel Freiheiten nicht klarkommen (und dann sich selbst und die Mitmenschen gefährden).

Mich interessiert, wie meine Leser über mögliche Einschränkungen bei dem Autopilotsystem des Model S denken.

Man sollte daher auf keinen Fall so einen Quatsch nach machen – hier ist das Video:

4 comments on “Fahrer testet den Autopiloten des Elektroauto Tesla Model S ohne auf dem Fahrersitz zu sitzen”
  1. Martin Leitner says:
    9. November 2015 at 21:35

    Ich sage schon seit längerem, dass der Weg der Autoindustrie der falsche ist. „Evolution“, wie die Strategen da gerne sagen, ist hier nicht angezeigt. Für jemanden wie mich, der „Freude am Fahren“ nicht nachvollziehen kann und sich schon auf den Tag freut wo die Kiste endlich ihren Weg alleine findet, ist sonnenklar: Die Menschen wollen den Autopiloten nicht kontrollieren – auch wenn sich das die Juristen noch so sehr wünschen. Systeme wie die Handerkennung auf dem Lenkrad wurden ja auch schon ausgetrickst.Siehe http://www.autobild.de/artikel/autonomes-fahren-assistenzsysteme-im-test-5496404.html.
    Daher gibt es nur eine logische Konsequenz: „Revolution statt Evolution“. Das Auto muss ganz autonom fahren. Google scheint bisher der einzige zu sein, der das erkannt hat.

  2. Matthias Bentenrieder says:
    9. November 2015 at 23:09

    Autopilot bei dem man die Hände nicht vom Steuer nehmen darf, ist relativ zweckfrei und sollte nicht veröffentlicht werden.
    Es handelt sich dabei eher um einen intelligenten Tempomaten.

  3. Wolfram says:
    10. November 2015 at 01:25

    Man kann theoretisch schon die Hände vom Lenkrad nehmen, man wird ähnlich, wie das bei Zügen der Fall ist, hin und wieder aufgefordert die Hände ans Lenkrad zu legen, als Check, ob man noch wach ist. Soweit so gut. Aber leider gibt es in Europa Vorschriften (übrigens auch in den USA) das die Hände ans Lenkrad gehören! Zu der Zeit war an teilautonomes Fahren oder autonomes Fahren noch nicht zu denken – hier ist der Gesetzgeber gefordert.
    Die Demo ist in höchstem Masse unverantwortlich und solchen Hasardeuren haben wir zu verdanken, das die Freiheiten wieder eingeschränkt werden!! Das ist grob fahrlässig, wie man auf eine solche Idee überhaupt kommen kann – die Regeln sind klar und deutlich formuliert!
    Es heisst „AUTOPILOT“ und nicht Autonom! Beim Autopilot muss ähnlich dem im Flugzeug oder beim Schiffsverkehr immer durch den Menschen überwacht und notfalls eben eingegriffen werden!!

  4. Gunnar says:
    10. November 2015 at 10:40

    Oh man, bisher war ich sehr positiv gegenüber Tesla eingestellt.
    Aber das ist echt fahrlässig, was die Entwickler von Tesla da freigegeben haben. Das sowas in Serie eingesetzt werden darf?
    Gibt es da gar keine Kontrollmechanismen?
    Zum Beispiel:
    Gurt eingesteckt?
    Drucksensoren auf Fahrerplatz?

    Dieser Autopilot gehört SOFORT VERBOTEN!!!

    Und sowas von einem Unternehmen aus einem Land, was für die absolute Dummheit und Klagefreudigkeit der Menschen (Katze in Mikrowelle) bekannt ist.

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