Gastartikel: Probefahrt mit dem Elektroauto Tesla Model S

Dieser Gastartikel stammt von unserem Leser Max Wahl, der Artikel wurde im Rahmen unserer Aktion “Neue Aktion: Schreib einen Gastartikel und nimm an der Verlosung teil” eingereicht.]

In meiner Heimstadt Berlin eröffnete im Frühling der erste Tesla Store der Stadt. Im Sommer ergab sich für mich erstmals die Zeit diesem einen Besuch abzustatten. Ein Kollege erzählte mir zudem, dass das Vereinbaren einer Probefahrt bei Tesla recht unkompliziert wäre und nicht vergleichbar mit dem Gehabe und Gemecker so manch anderer Autohäuser, bei denen man schon mal nach Gehaltsnachweisen oder Ähnlichem gefragt wird, bevor man sich dem Fahrzeug auch nur nähern darf.

Das Elektroauto Tesla Model S hat von Consumer Reports den Titel bestes Auto im Jahr 2014 erhalten. Bildquelle: Tesla Motors
Das Elektroauto Tesla Model S hat von Consumer Reports den Titel bestes Auto im Jahr 2014 erhalten. Bildquelle: Tesla Motors

Ein 5-minütiges Gespräch mit der Tesla-Filiale reichte tatsächlich aus, einen Termin für eine Probefahrt mit dem Elektroauto Tesla Model S zu vereinbaren. Natürlich wurde ich auch hier gefragt ob denn „ernstes Kaufinteresse“ bestünde (meine Antwort: ja, nur es fehlt leider das Geld ;-), dies sei aber kein Grund, mich keine Testfahrt unternehmen zu lassen. Sehr vorbildlich! Liebe altbekannten Hersteller und Autohäuser: so gewinnt man neue Kunden! Denn wer weiß, ob beispielsweise ich nicht in 1-2 Jahren eben doch „ernstes Kaufinteresse“ haben könnte.

Der große Tag kam nun also und so standen meine Freundin und ich vor dem Tesla-Store in Berlin. Es folgte eine freundliche, sehr familiäre Begrüßung von zwei Jungs kaum älter als ich (23), ein kurzer Abgleich meiner Daten und ein bisschen Smalltalk. Man fühlt sich irgendwie eher wie bei Apple oder Cyberport und kaum wie in einem der vielen dunklen, unfreundlichen Autohäuser anderer Hersteller, in dem man (alles schon erlebt) auch gern mal einfach komplett ignoriert wird. Klasse! Auch die Begeisterung, die einem für das Auto entgegen schlug konnte überzeugen. Mein Eindruck: da wird ein Fahrzeug von Menschen verkauft, die es selbst lieben. Was könnte überzeugender sein?!

Auch ein kurzer Blick in die angrenzende Werkstatt zeigte, dass hier so einiges anders läuft: weißer Boden, alles sauber (keine Ölflecken oder –Gestank), echte Wohnzimmer-Atmosphäre. So was hat man noch nicht gesehen!

Dann endlich raus zu den Fahrzeugen. Mein Testfahrzeug: ein leuchtend roter P85. Was ich so erkennen konnte offenbar in Vollausstattung.

Nun saß ich also zum ersten Mal im wohl bekanntesten E-Auto der Welt (zunächst auf dem Beifahrersitz). Und was soll ich sagen: es ist riesig! Während dieses 2-Tonnen-Auto von außen eigentlich einen recht dynamischen und geduckten Eindruck erweckt fühlt man sich darin wie in einem Van, Platz in alle Richtungen. Das Touchscreen-Display in der Mittelkonsole erschien mir noch größer als erwartet. Jedoch fielt auch sofort auf, dass es irgendwie an Ablagen mangelt. Ein Fach, wo sich für gewöhnlich die Gangschaltung befindet, etwas Platz auf dem Armaturenbrett, das war‘s. Das wäre bei einem derart großen Auto doch kein Problem gewesen, oder?

Nach einer kurzen Einweisung in die (wirklich kinderleichten) Bedienung und wahrlich beeindruckender Demonstration der Beschleunigung des Wagens durch den Tesla-Mitarbeiter stand nun endlich das „Tauschen“ an. Ich durfte fahren.

Um es kurz zu machen: der blanke Wahnsinn. Ganghebel auf D und Bremse loslassen, das „Gaspedal“ tätscheln und das Auto surrt so entspannt los, als wöge es überhaupt nichts. So eine Leichtigkeit, so ein entspanntes Fahren habe ich noch nie erlebt. Dieses Auto fährt sich ruhiger und ruckelfreier als jedes Auto das ich bisher gefahren bin und das schließt einige E-Autos mit ein. Die wirklich angenehme Federung und die völlige Selbstverständlichkeit mit der Pedale und Lenkung reagieren sucht ihresgleichen. Gleichzeitig sind natürlich bei nur leichter Erhöhung des Drucks auf das „Gaspedal“ unglaublich druckvolle Spurts möglich. Aber eben genau diese Kombination von völlig unaufgeregtem Dahingleiten und dennoch der Möglichkeit, jederzeit die Geschwindigkeit blitzartig zu erhöhen hat erstaunlichen Reiz. Dieses Auto ist keine langweilige Limousine und auch kein ruppiger, zickiger aggressiver Sportwagen, es ist die perfekte Mischung aus beidem. So fühlt man sich auf der Autobahn doch ein klein wenig überlegen. 😉

Zu den Anzeigen im Innenraum: die sind wirklich vortrefflich ablesbar, das hatte ich nicht erwartet, egal von wo die Sonne blendet. Klare Schrift, alles da, wo es sein soll. Der Touchscreen hat natürlich auch seinen Reiz, Dass er vom Fahren ablenkt kann ich nicht bestätigen. Aber ein derart großes Navi ist natürlich klasse. Dazu der permanente Internetzugriff, wunderbar. Da kann der Beifahrer Videos schauen auf der Fahrt, Musik streamen, Nachrichten lesen und was weiß ich nicht alles. Das mit der Musik wird wohl auch nötig sein, denn einen CD-Spieler oder AUX-Anschluss gibt es nicht. Bleiben zwei USB-Buchsen, per Bluetooth das Handy zu koppeln oder eben streamen. Was ich mir bei einer langen Autobahnfahrt durch diverse Funklöcher aber auch recht schwierig vorstellen kann. Aber gut, dass ist nicht Teslas Schuld.

Doch genug geschwärmt, nun noch zwei Kritikpunkte. Der Blinkerhebel sitzt mir zu tief. Eine „sichere“ Lenkradhaltung (10 Uhr linke Hand, 2 Uhr rechte Hand) ist somit beim Blinken nicht möglich. Meine Freundin (die auf der hinteren Sitzbank Platz genommen hatte) beklagte zudem die recht unangenehmen Kopfstützen. Mehr kann ich aber tatsächlich nicht kritisieren.

Begleitet wurde die Fahrt von einigen Erzählungen des Tesla-Mitarbeiters. Auch hier muss ich sagen: wesentlich professioneller als der gute Mensch von VW, den ich in meinem letzten Gastartikel bereits erwähnt hatte.

Leider war diese Probefahrt viel zu schnell vorbei, mehr als 30 Minuten durfte ich nicht fahren, dann wartete schon der nächste Interessent. Dennoch eine tolle Erfahrung.

Zusammenfassend kann ich sagen: dieses Auto hält (zumindest auf den ersten Eindruck) was es verspricht. Meine Begeisterung und der Wunsch, eines Tages solch ein Fahrzeug zu besitzen wurden eher verstärkt als gebremst. Ich empfehle jedem, sich für eine Probefahrt anzumelden, es lohnt sich wirklich.

Noch eine Notiz am Rand, die gleich als Frage an die Community weitergegeben wird:

Im Rahmen meines Gesprächs während der Fahrt mit dem Tesla-Mitarbeiter erwähnte ich, dass ich einige Verwandten in Thüringen hätte, was etwa 300 km Autobahnfahrt bedeutet und mir daher die Reichweite des Tesla sehr entgegen käme. Allerdings würde ich mir noch einen Super-Charger im Raum Erfurt wünschen. Darauf wurde mir mitgeteilt, dass dieser Bau schon in Planung sei, zudem sei Thüringen ein hochinteressanter Markt, da hier wohl die Landesregierung plane, einen Tesla (oder auch andere E-Autos) mit bis zu 14.000 Euro zu bezuschussen (wohl ein prozentualer Wert). Im Internet habe ich dazu nichts finden können, weiß da jemand was? Wäre ja eine starke Sache! Und wie sähe das mit einer Überführung aus (Beispiel: ich kaufe einen Tesla dort, lasse ihn mir von einem Verwandten dort zulassen, kassiere die Prämie und melde ihn dann auf Berlin um…)?

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Elektroauto Tesla Model 3. Bildquelle: Tesla Motors

Elektroauto Tesla Model 3

Das Elektroauto Tesla Model X von Tesla Motors. Bildquelle: Tesla Motors /Übergizsmo

Elektroauto Tesla Model X

Tesla Model S

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Kai

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4 Gedanken zu „Gastartikel: Probefahrt mit dem Elektroauto Tesla Model S

  • Pingback:Deutscher Auto Blogger Digest vom 28.08.2014 › "Auto .. geil"

  • 29. August 2014 um 09:03
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    Erfurt in Thüringen mag eine sehenswerte Stadt sein, doch eines wird man hier sowie in ganz Thüringen nicht sehen werden > Fördergelder für Privatpersonen. Von derart horrenden Summen ganz abgesehen.

    Über Derartiges braucht niemand nachzudenken. Thüringen spart wo es kann, zumindest im Dienstleistungssektor, öffentlicher Dienst wie Polizei usw.

    so sieht es leider aus
    ein Erfurter

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  • 29. August 2014 um 09:12
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    Danke fürs Veröffentlichen! Ja mit der Förderung ist das merkwürdig, wurde mir von Tesla halt so erzählt.

    Noch eine Sache zu den Verbrauchswerten, die ja gerade massiv im Netz diskutiert werden:
    Nach 30 min Fahren mit doch recht druckvollen Sprints und mehrfach über 100 Sachen (Stadtautobahn) hatte ich einen Energieverbrauch von rund 21 kWh /100km. Hochgerechnet auf den 85 kwH-Akku komme ich somit auf über 400km. Reichweitenangst also unbegründet. Aggressiver fahr zumindest ich sowieso nicht, da hab ich viel zu viel Respekt vor der Power dieses Autos. 😉

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  • 29. August 2014 um 17:03
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    Der Zuschuss könnte sein, dass die Mehrwertsteuer erstattet wird. Das kostet niemanden etwas und würde den Markt etwas anschieben. Das ganze begrenzt auf die nächsten 500.000 Fahrzeuge, aber nur reine EVs..

    Naja das ist wohl leider eher Wunschdenken.

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