Die Elektroautos haben den Nachteil, das man den Akku je nach Typ und Fahrzeug nach etwa 100 Kilometern wieder aufladen muss – dies dauert an einer normalen Steckdose ca. acht Stunden (an Schnellladesäulen ca. 30 bis 120 Minuten).

Was läge also näher als ein Akkutauschkonzept, welches es einem ermöglicht, den leeren Akku binnen weniger Minuten gegen einen vollen Akku auszutauschen?

So ein Konzept liefert beispielsweise das Start-Up Unternehmen Better Place (gegründet vom früheren SAP-Vorstand Shai Agassi); So soll man bald an Servicestationen in Dänemark, Israel und Australien einfach den leeren Fahrzeugakku gegen einen vollen Akku austauschen können – dieser Wechsel soll nur ein paar Minuten dauern und hat die Investoren bereits dazu gebracht, etwa eine Milliarde Euro zu investieren.

Diese Idee begeistert Investmentbanken wie Morgan Stanley und Autohersteller wie Renault, Nissan sowie Chery aus China, aber deutsche Autobauer sind von dieser Idee nicht begeistert. Begründen tun VW, Daimler und BMW dies mit der Begründung, das der Akkutausch nur auf den ersten Blick eine einfach erscheinende Verlängerung der Reichweite sei und das sich die Idee als teuer und unnötig entpuppt. Man könnte vermuten, dass die deutschen Fahrzeugbauer mit den Akkus für Elektroautos lieber selbst das große Geschäft machen wollen

Die deutschen Autobauer glauben allerdings nicht an WechselAkkus, so zum Beispiel Patrick Müller von der BMW-Forschungsgruppe Project I, die bei den Münchnern E-Mobile und andere Zukunftsfahrzeuge entwickelt. Der von Better Place geplante Akkutausch setzt gleiche Akkus und vor allem gleiche Bauteile im Elektroauto voraus und man will in Deutschland anscheinend weiterhin individuell bleiben.

Bisher bietet Better Place nur einen Einheitsakku für einen Mittelklassewagen vom Autohersteller Renault an, für den die Kunden monatlich eine Nutzungsgebühr bezahlen werden.

Autokonzerne wie VW vermuten, dass der Fahrer eines Elektroautos ein mulmiges Gefühl bekommen könnte, wenn er seinen derzeitigen Akku gegen einen austauschen müsste, von welchem man den Zustand nicht kennt und insbesondere, wie leistungsfähig er noch sei.

Anscheinend stößt Better Place vor allem in Ländern ohne eigene Fahrzeugindustrie auf Interesse, zum Beispiel wird in Israel ca. 150 Millionen Euro in den Bau des Stationsnetzes zum Tausch der Fahrzeugakkus investiert. In Deutschland wurde Better Place im Mai nicht einmal zum Elektromobilitätsgipfel der Bundesregierung mit der Industrie eingeladen, ob dies jetzt von der Autolobby so gewünscht war, kann man so pauschal nicht sagen, schließlich könnte man auch davon ausgehen, das erst einmal geschaut werden soll, wie das in der Praxis mit dem Akkutausch klappt.

Auch Daimler und Bosch sind gegen einen Wechselakku bzw. Wechselbatterie, es wird befürchtet, das in dem derzeitigen Stadium der Forschung eine Standardisierung der Fahrzeugbatterie nur die Entwicklung behindern würde.

Quelle: golem

Ein Wechselakku hat Vor- und Nachteile, der große Vorteil wäre, das man an den Tankstellen einfach noch solche Akkutauschstationen einrichten würde, dort könnte man zum Beispiel auch den jeweiligen Akkutyp auswählen, angefangen von Bleiakkus, bis hin zu Lithium-Ionenakkus und auch für High-End-Elektroautos die Notebookakkus. Praktisch wäre so ein Wechsel auch, weil man sich nicht nach etwa 10 Jahren einen neuen Akku für das Elektromobil kaufen müsste.

Auf der anderen Seite würde man als Endanwender wahrscheinlich einen Monatsbeitrag zahlen müssen, um den Akku nutzen zu können – auch wenn der Einführungspreis vlt. sehr günstig sein könnte, was ist, wenn der Preis steigt und man den Akku nicht mehr von dem Unternehmen mieten will? Kann man dann sein Elektroauto nicht mehr nutzen, weil ein Akkukauf zu teuer sein könnte?

Auf jeden fall würde man sich als Endanwender bzw. Fahrer eines Elektroautos von dem Unternehmen, welches den Wechselakku anbietet abhängig machen – dafür aber weit fahren können, da man den Akku leicht und schnell gegen einen vollen Akku tauschen kann.

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Kai
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