In der Stadt Paris dürfen seit dem 1. Juli 2016 keine PKW mehr fahren, deren Erstzulassung vor dem Jahr 1997 war – die Altersgrenze wird Stück für Stück herabgesetzt.
Alte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gehören zu den Verkehrsmitteln, welche am meisten zur Luftverschmutzung beitragen.

Ein Ausschnitt eines Mini.  Bildquelle:  © Raulmahón - Fotolia.com.jpg

Ein Ausschnitt eines Mini.
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Wie in Deutschland auch, gibt es in Paris (Frankreich) seit dem 1. Juli 2016 eine Art Umweltzone. Während es in Deutschland abhängig vom Schadstoffausstoß des Autos verschieden farbige Plaketten gibt, geht man in der französischen Stadt einen leicht anderen Weg: Dort werden (nur mit wenigen Ausnahmen) die Autos aus der Stadt verbannt, welche vor dem Jahr 1997 ihre Erstzulassung hatten.
Ab dem Jahr 2017 wird die Grenze dann auf Fahrzeuge ausgeweitet, welche vor dem Jahr 2001 das erste mal angemeldet worden sind. Die Altersgrenze wird in den nächsten Jahren immer weiter verjüngt, ab dem Jahr 2020 sollen nach den derzeitigen Plänen sogar Fahrzeuge mit einem Dieselmotor verboten werden.

Das man in Paris nun endlich Fakten geschaffen hat, liegt hauptsächlich daran, dass dort die Feinstaub- und Stickstoffoxidwerte zum Teil doppelt so hoch wie die Grenzwerte lagen.
So wurde allein Jahr 2015 an 26 Tagen der Grenzwert um das Zweifache überschritten, besonders oft sind die Hauptverkehrswege betroffen.
Für den hohen Schadstoffausstoß werden die vielen Dieselfahrzeuge verantwortlich gemacht, diese wurden in Frankreich lange Zeit durch Steuervorteile gefördert. Dies führte dazu, dass etwa 70 Prozent der verkauften PKW mit einem Dieselmotor angetrieben wurden, mittlerweile liegt der Wert nur noch bei etwa knapp über 50 Prozent.

In Deutschland verfügten im Jahr 2015 genau 48 Prozent aller neu zugelassenen PKW über einen Dieselmotor, der Anteil der Benziner lag bei 50,3 Prozent. Entsprechend macht der Anteil der Neuwagen mit alternativen Antriebsarten mit 1,7 Prozent nur einen kleinen Teil aus: Dazu zählten 33.630 Hybride (davon 11.101 Plug-In Hybridautos) und 12.363 reine Elektroautos. Die Erd- und Flüssiggasfahrzeuge machen einen Anteil von 0,3 Prozent aus.

Betroffene Autos machen nur einen Anteil von 5 Prozent aus

Nur etwa 5 Prozent der im Straßenverkehr erzeugten Stickstoffoxide stammen von den betroffenen Autos, welche also älter als 19 Jahre alt sind.

Bisher müssen die Fahrer keine Strafen zahlen, ab Oktober 2016 wird aber ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro fällig. Ab 2017 erhöht sich die Strafe auf 68 Euro, allerdings wird das Verbot auch heftig kritisiert, da sich zum Beispiel ärmere Menschen nicht so leicht ein neues Auto leisten könnten.
Eine Ausnahme soll aber zum Beispiel für Oldtimer gelten, so dürfen 30 Jahre alte PKW mit einem Sammler-Kennzeichen (vergleichbar mit dem in Deutschland bekannten »H-Kennzeichen«) auch in Zukunft noch durch Paris fahren.
Oldtimer-Freunde konnten immerhin durchsetzen, dass mehr als 30 Jahre alte Fahrzeuge mit französischem Sammler-Kennzeichen weiterhin nach Paris dürfen. Doch grundsätzlich lässt die Stadt sich nicht beirren: Die Sozialistin Anne Hidalgo meint ihre Kampfansage ernst. Im Sommer 2017 soll das Verbot auf Autos ausgeweitet werden, die vor 2001 zugelassen wurden.

Via: Heise.de & KBA

 

 

 

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Kai
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