Formel 1 der Elektroautos – Sebastien Buemi erzielt bei der Formel E in Berlin den ersten Platz

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Am Wochenende fand in Berlin die Formel E statt, damit die Elektroautos im hohen Tempo mitten durch die City fahren konnten, wurde unter anderem die Karl-Marx-Allee für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Gewinner der Formel E in Berlin: Sebastien Buemi auf seinem Elektroauto, Renault e.dams. .2015/2016 FIA Formula E Championship. Berlin ePrix, Berlin, Germany. Saturday 21 May 2016. Sebastien Buemi (SUI), Renault e.Dams Z.E.15 celebrates in Parc ferme Photo: Andrew Ferraro/LAT/Formula E ref: Digital Image _14P4622

Gewinner der Formel E in Berlin: Sebastien Buemi auf seinem Elektroauto, Renault e.dams..2015/2016 FIA Formula E Championship.Berlin ePrix, Berlin, Germany.Saturday 21 May 2016.Sebastien Buemi (SUI), Renault e.Dams Z.E.15 celebrates in Parc fermePhoto: Andrew Ferraro/LAT/Formula Eref: Digital Image _14P4622

Die Formel E (ePrix) ist der umweltschonende Nachfolger der Formel 1, beide Rennsportveranstaltungen werden passender weise von der FIA organisiert. Am 21. fand die Formel E in Berlin statt, als Rennstrecke diente unter anderem die Berliner Karl-Marx-Allee.

Den Zuschauern wird beim Verfolgen des Renngeschehens vor allem auffallen, dass die Elektro-Rennwagen viel leiser sind und man keine Abgase riecht. Damit können die Rennen weltweit in den Metropolen stattfinden.

Der ePrix findet 2016 bereits zum zweiten Mal statt, alle 10 Teams müssen das gleiche Chassis und Batterieeinheiten nutzen. So will man allen Teams die selben Chancen einräumen und es zählen viel mehr das fahrerische Können als das Finanzpolster des Rennsportteams.

Das Motormanagementsystem kann per Funk beeinflusst werden, dies spielt unter anderem bei dem Fan-Boost eine Rolle: Denn per Abstimmung können die Zuschauer ihrem Favoriten einen Extra-Schub verpassen.
Ansonsten gilt für alle die einheitliche Leistung von 170 Kilowatt (231 PS), während des Qualifyings stehen dem Rennpiloten 200 Kilowatt (272 PS) frei.

Sebastien Buemi reduzierte die Führung von Luca Di Grassi in der FIA Formula E-Meisterschaft auf nur noch einen Punkt nach seinem Sieg beim BMW i Berlin ePrix.

Buemi erzielte seinen ersten Sieg seit Punta del Este im Dezember nach seinem Kampf gegen den auf der Pole gestarteten Jean-Eric Vergne (DS Virgin Racing). Eine komfortable Führung wurde durch das Qualcomm Safety Car zunichte gemacht, als der beschädigte Dragon Racing-Rennwagen von Loic Duval geborgen werden wurde.

Dies gab den Verfolgern die Möglichkeit aufzuschließen, aber Buemi zeigte beim Restart das perfekte Timing und zog davon, um sich den dritten Sieg der Saison zu holen.

Sebastien Buemi sagte:

„Die erste Runde ist immer ein wenig heikel, weil du nie weißt, wieviel Energie du verbauchen wirst. Er hat eine Menge Energie verbraucht und ich musste entscheiden, wie viel Energie ich bereit war, in den ersten Runden einzusetzen Ich ließ ihn ziehen, aber nach vier oder fünf Runden musste er {Vergne} eine Menge einsparen, so war ich am Zug. Er hat die Tür zu gemacht, deshalb war es schwierig, aber ab dem Zeitpunkt konnte ich mich darauf konzentrieren, eine Lücke zu reißen. Ich wollte die schnellste Runde an zweiter Position fahren, aber es war nicht das schnellste Rennen, so musste ich mit der Energie haushalten. Am Ende habe ich es nicht geschafft, daher bin ich ein wenig enttäuscht, aber insgesamt war es ein gutes Wochenende.“

Daniel Abt erreichte sein bisher bestes Resultat mit einem emotionalen zweiten Platz. Er erhielt überwältigenden Beifall von der Mehrheit der über 15.000 Fans, die die Siegerehrung im eVillage feierten.

Abt kommentierte seine Fahrleistung in Berlin wie folgt:

„Heute war es einfach großartig. Der ganze Tag lief einfach perfekt. Die Atmosphäre war super. Zu Beginn des Rennens wusste ich, dass ich es schaffen kann, aber es waren eine Menge starker Fahrer um mich. Und ich wusste, es wird schwierig. Ich hatte einen guten Start und es war recht eng in der ersten Kurve. JEV hatte eine Menge Schwierigkeiten, aber er hat sehr agressiv verteidigt, also musste ich eine konsequente Aktion starten, sonst wäre ein Unfall möglich gewesen. Glücklicherweise bin ich vorbei gekommen und habe mich sicher gefühlt, aber dann haben einige Fahrer anscheinend nicht gewusst, was die blaue Flagge bedeutet und ich verlor vor allem im zweiten Teil einige Sekunden.
Und dann wurde es wieder spannend, weil Prost näher kam. Am Ende, sogar mit dem Safety Car, war alles gut. Ich bin so glücklich und dem Team für das gute Auto heute wirklich dankbar.“

Nachdem Di Grassi an achter Position gestartet war, musste er sich seinen Weg nach vorne erkämpfen, besonders gegen Vergne und Nico Prost. Durch seine Energieeinteilung konnte er eine Runde länger draußen bleiben als seine Rivalen und führte eine Runde während der Pit Stops. Somit hatte er am Ende mehr Energie, aber es reichte dennoch nicht ganz aus, um zu Abt aufzuschliessen und ihn gegebenenfalls zu überholen.

Di Grassi über das Rennen:

„Ich bin sehr glücklich. Ich bin von der achten Position gestartet, es war ein sehr hartes Rennen“, sagte er. Alles verlief gegen mich, inklusive Jean-Eric Vergne auf der Innenseite und dem Safety Car, aber wir haben es geschafft, Prost zu überholen und das hat er uns nicht leicht gemacht. Wir haben ein weiteres Podium erreicht und führen mit einem Punkt. Es hätte auf dem Weg nach London nicht enger sein können. Nun ist alles offen. London und das englische Wetter werden die Meisterschaft entscheiden.“

Prost wurde Vierter und half so Renault e.dams die Führung in der Teammeisterschaft auszubauen. Vergne beschädigte seinen Frontflügel in der Schikane, was einen Austausch nötig machte und ihn auf Platz Fünf zurückfallen ließ. Nach einem schwachen Qualifying fuhr Robin Frijns von Andretti ein großartiges Rennen und erreichte den sechsten Platz. Nick Heidfeld musste am Ende des Felds starten, nachdem die Qualifyingzeiten von Mahindra Racing aufgrund von inkorrektem Reifendruck gelöscht wurden.

Ebenso wie Frijns kämpfte er sich nach vorne und erreichte so den siebten Platz. Mike Conway erreichte sein bisher bestes Formula E-Ergebnis und Simona de Silvestro fuhr wieder in die Punkte und erreichte für Andretti den neunten Platz. Trotz dem er aufgrund eines technischen Problems aus der Boxengasse starten musste, wurde Stephane Sarrazin Zehnter und konnte so seinen Rekord aufrecht erhalten, für Venturi bei jedem Rennen in die Punkte zu fahren.

Mahindras Bruno Senna verlor mit Startposition vier sein bisher bestes Qualifying-Ergebnis aufgrund des inkorrekten Reifendrucks – wie bei Teamkollege Heidfeld.

Das ausverkaufte Rennen war ein großer Erfolg, ganz besonders hinsichtlich der kurzen Vorbereitungszeit. Die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Cornelia Yzer, verfolgte das Rennen vor Ort und sagte abschließend:

„Die Formula E hat Berlin mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in drei Sekunden erobert und elektrisiert. Das Rennen im Herzen der Stadt war ein großartiges Ereignis, das mit Sicherheit nicht nur Tausende von Zuschauern an der Karl-Marx-Allee, sondern auch das mitfiebernde Millionenpublikum vor den Fernsehern weltweit begeistert hat.“

Die Meisterschaft endet in London am 2. und 3. Juli.

2016 BMW i Berlin ePrix (Rd 8) – Rennergebnis

  1. Sebastien Buemi, Renault e.dams, 53:46.086s (25)
  2. Daniel Abt, Abt Schaeffler Audi Sport, +1.767s (18)
  3. Lucas di Grassi, Abt Schaeffler Audi Sport, +2.381s (15)
  4. Nico Prost, Renault e.dams, +3.328s (12)
  5. Jean-Eric Vergne, DS Virgin Racing, +4.927s (13)
  6. Robin Frijns, Andretti Formula E, +6.501s (8)
  7. Nick Heidfeld, Mahindra Racing, +7.700s (6)
  8. Mike Conway, Venturi, +8.305s (4)
  9. Simona de Silvestro, Andretti Formula E, +12.473s (2)
  10. Stephane Sarrazin, Venturi, +13.241s (1)
  11. Sam Bird, DS Virgin Racing, +1 lap
  12. Oliver Turvey, NEXTEV TCR, +1 lap
  13. Nelson Piquet Jr, NEXTEV TCR, +1 lap
  14. Ma Qing Hua, Team Aguri, +1 lap
  15. Bruno Senna, Mahindra Racing, +2 laps
  16. Jerome D’Ambrosio, Dragon Racing, +3 laps
  17. Rene Rast, Team Aguri, DNF
  18. Loic Duval, Dragon Racing, DNF

Fahrerwertung

  1. Lucas di Grassi, Abt Schaeffler Audi Sport – 141
  2. Sebastien Buemi, Renault e.dams – 140
  3. Sam Bird, DS Virgin Racing – 82
  4. Jerome D’Ambrosio, Dragon Racing – 64
  5. Nico Prost, Renault e.dams – 62
  6. Stephane Sarrazin, Venturi – 59

Mehr Informationen zur Formula E : www.fiaformulae.com

Via: Fia Formel E

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