Nissan entwickelt für seine Elektroautos ein neues Fußgänger-Warnsystem

Darüber, ob Elektroautos ein künstliches Fahrgeräusch benötigen oder nicht, wird viel diskutiert. An einem Kompromiss arbeitet Nissan: Denn ein neues System des Autohersteller warnt Fußgänger und Radfahrer erst, wenn sie in Gefahr geraten könnten.

Nissan hat mit an dem eVADER-Projekt gearbeitet, dass System erkennt Fußgänger und Radfahrer anhand einer Kamera und warnt diese zielgerichtet per Lautsprecher. Bildquelle: Nissan
Nissan hat mit an dem eVADER-Projekt gearbeitet, dass System erkennt Fußgänger und Radfahrer anhand einer Kamera und warnt diese zielgerichtet per Lautsprecher. Bildquelle: Nissan

Elektrofahrzeuge fahren emissionsfrei und fast lautlos, für Anwohner von viel befahrenen Straßen ist vor allem letzteres ein Grund zur Freude – für Fußgänger und Radfahrer könnten die leisen Stromer laut einigen Kritikern aber zur Gefahr werden.

Der Autohersteller Nissan hat nun ein neues Fußgänger-Warnsystem mitentwickelt, das auf das herannahende Elektroauto aufmerksam macht. Wer kurz hereinhören will, findet den Warnton: HIER

Als Versuchsträger wurde das Elektroauto Nissan Leaf mit dem System ausgestattet, wenn Passanten in der Nähe sind, lässt der serienmäßige Soundgenerator im Stadtverkehr einen Ton erklingen.

David Quinn (eVADER Projektleiter bei Nissan) erläutert:

„Fußgängerschutz hat oberste Priorität bei Nissan. Wir haben deshalb schon ein präventives Warnsystem in unsere Elektrofahrzeuge eingebaut. Als Vorreiter bei der Elektromobilität teilen wir gern unsere Erfahrungen, um die Entwicklung in diesem Bereich voranzutreiben. Unser Ziel ist die perfekte Balance aus maximaler Sicherheit beim Erkennen von Fahrzeugen und minimaler Lärmbelästigung, was einer der größten Vorzüge eines Elektroautos ist.«

Im Rahmen des von der Europäischen Union (EU) geförderten eVADER-Projekts hat Nissan nun gemeinsam mit zehn weiteren Konsortiums-Mitgliedern die nächste Generation eines Fußgänger-Warnsystems entwickelt. Es soll einerseits auf das jeweilige Elektrofahrzeug aufmerksam machen, sich andererseits aber so wenig wie möglich auf das allgemeine Geräuschniveau auswirken.

Das testweise in einem Nissan Leaf eingesetzte System nutzt dafür eine Frontkamera in der Windschutzscheibe. Erfasst sie Fußgänger, Fahrradfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer, ertönt aus sechs Lautsprechern zielgerichtet ein akustisches Signal. So werden die Passanten klar und deutlich gewarnt, wie erste Feldversuche mit sehbeeinträchtigten und blinden Personen in Barcelona gezeigt haben. Gleichzeitig ist der Ton aber fünf Dezibel leiser als die Motorengeräusche eines konventionell angetriebenen Fahrzeugs.

Die Forschungsergebnisse dienen als Referenzmaterial für künftige Studien und könnten auch in die Gesetzgebung einfließen und so zum Standard in allen Elektroautos werden. Weitere Details zum eVADER-Projekt sowie alle elf Konsortium-Mitglieder, zu denen Forschungseinrichtungen, Automobilhersteller und der europäische Blindenverein zählen, finden sich online unter: http://evader-project.eu/

Via: Pressemitteilung von Nissan

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Kai

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