Elektroautos sind erst in 50 Jahren so Leistungsfähig wie Benzinfahrzeuge

(01.06.2011)

Immer mehr Autohersteller bringen ein Elektroauto auf den Markt und jedes dieser Elektroautos hat die Batterie als Schwachstelle, momentan verfügen die Batterien über 20 Prozent der Leistungsfähigkeit eines Auto mit einem Verbrennungsmotor.

Elektroautos sind erst in 50 Jahren so Leistungsfähig wie Benzinfahrzeuge
Das Elektroauto Ampera von Opel verfügt über einen kleinen Verbrennungsmotor, welcher Strom produziert, wenn die Batterie leer sein sollte. Bildquelle: Opel

Nach Ansicht des Karlsruher Wissenschaftlers Andreas Gutsch bleiben die Batterien noch für längere Zeit das Problemkind der Elektroautos. Der Projektleiter für Elektromobilität am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa folgendes gesagt:

„Bis sie über die Reichweite eines heutigen Benzinfahrzeugs verfügen, vergehen mindestens noch 50 bis 70 Jahre“

„Auf dem Weg zur Leistungsfähigkeit eines Benziners haben Elektroautos heute erst rund zwanzig Prozent geschafft.“

Die Entwicklung einer neuen Batterie-Generation für Elektroautos dauert nach Angaben von Gutsch circa zehn Jahre. „Fünf Materialzyklen sind mindestens noch notwendig, bis die geforderte Leistungsstärke und ein günstiger Preis erreicht sind.“ Derzeit werde mit der Lithiumionen-Batterie auf eine Technik gesetzt, die ihren Ursprung vor 15 Jahren hatte. „An der neuen Generation, die Lithium mit preisgünstigeren Materialien leistungsstärker macht, wird zurzeit noch gearbeitet.“

Neben dem hohen Preis der Akkus für Elektroautos ist auch das Problem mit dem schnellen betanken noch ungelöst. Die Idee, an der Tankstelle einfach eine neue Batterie eingesetzt zu bekommen (wie zum Beispiel beim System von Build your Dreams (ByD), nannte Gutsch verlockend – aber unrealistisch. „Dafür müssten sich die Autobauer auf einen gemeinsamen Standard einigen“, sagte der Forscher.

„Wir haben es in Europa ja noch nicht mal geschafft, ein Ladegerät für alle Handys auf den Markt zu bringen – und da sind die Anforderungen wesentlich geringer.“ Am Ende müsse sich der Standort der Batterie dem jeweiligen Markendesign unterordnen. Denkbar sei aber, Tankstellen mit großen Batterien auszustatten. „Dort können die Autobatterien dann innerhalb von zehn Minuten geflasht werden.“

Wenn das Problem mit der Reichweite und den höheren Anschaffungskosten gelöst sei, könne das Elektroauto jenseits seiner Umweltfreundlichkeit voll mit seinen Vorteilen punkten. „Im Unterhalt ist es unschlagbar günstig mit 2,50 bis 3,50 Euro auf 100 Kilometer“, sagte Gutsch. Der Motor sei praktisch unzerstörbar und unschlagbar leise. „Und bei Inspektionen muss höchstens mal das Scheibenwischerwasser nachgefüllt werden.“

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