Range Anxiety und Elektroauto in Deutschland ein Thema? – Teil 1: Das Problem

(01.02.2011)

Wer mit einem Elektroauto fährt, muss sich überlegen, ob er bei weiteren Strecken sein Elektroauto unterwegs aufladen kann. In den USA hat sich der Begriff Range Anxiety entwickelt, Range Anxiety bezeichnet die Angst mit seinem Elektroauto aufgrund eines leeren Akkus am Straßenrand liegen zu bleiben. Auch auf Welt.de wurde dieses Thema aufgegriffen. Range Anxiety kann man mit „Reichweiten-Angst“ übersetzen, aber ist diese Sorge in Deutschland berechtigt?

In Deutschland ist man es gewohnt, die Möglichkeit zu haben, sein Auto mit einem Verbrennungsmotor alle paar Kilometer an einer Tankstelle auftanken zu können, der Tankvorgang dauert dabei etwa drei Minuten. Wer den Akku seines Elektroautos aufladen muss, der muss schon länger warten. An einer normalen Haushaltssteckdose (230V) kann der Ladevorgang zwischen sechs bis acht Stunden dauern, an einer Schnellladestation dauert der Ladevorgang nur noch ca. 30 Minuten.

Die meisten Elektroautos haben eine Reichweite von mindestens 160 Kilometern, natürlich ist die Reichweite von der Fahrweise und der Witterung anhängig – Wer bei minus 10 Grad mit Tempo 140 km/h über die Autobahn rast und dazu die Klimaanlage, Licht und Radio an hat, wird eher eine Reichweite von 80 Kilometern haben. Im normal Fall fahren die meisten Autofahrer maximal 150 Kilometer pro Tag, somit würde eigentlich der Großteil der Autofahrer mit einem Elektroauto im Alltag gut zurechtkommen. Wobei Pendler und Urlauber eher ein Elektroauto mit einem Range Extender (Reichweitenverlängerer, idR ein kleiner Verbrennungsmotor, welcher Strom für den Elektromotor erzeugt) glücklicher wären.

Um die Sorge um die Reichweite mit seinem Elektroauto zu mindern hilft das Vorhandensein von einem gut ausgebauten Netz an Schnellladestationen, 2007 steuerten Fahrer von Elektroautos bereits eine Ladestation an, wenn die Akkus noch zu mehr als der Hälfte gefüllt waren. Mit der Möglichkeit, jederzeit eine Schnell-Ladesäule zu nutzen, schöpften die Elektroautofahrer inzwischen die Akku-Reserven viel besser aus. Jetzt tankten sie zu 100 Prozent erst bei einem Ladestand von unter 50 Prozent.

Das Elektroauto wird bei einer Schnellladestation mit einem dreiphasigen Stecker mit Gleichstrom mit bis zu 400 Volt und 125 Ampere aufgeladen, um den Akku zu 80 Prozent aufzuladen braucht es 30 Minuten, fünf Minuten Ladezeit an einer Schnellladestation genügen, um weitere 30 bis 40 km mit dem Elektromobil fahren zu können. Dank des Standard „CHAdeMO“ kann man mit seinem Elektroauto auch die Schnellladestationen in anderen Ländern anfahren.

Wo wir schon bei dem Thema Reichweite sind, mit den meisten Akkus (welche derzeit Lithium-Ionen Akkus sind) erreicht man rund 2.000 bis 3.000 Ladezyklen, danach hat der Akku nur noch eine Kapazität von ungefähr 80%. Solche Akkus werden dann entweder recycelt oder für das sogenannte Smart Grid (Intelligentes Stromnetz, bei welchem Sie als Stromspeicher dienen) genutzt. Wer mit seinem Elektroauto zwischen zwei Ladegängen 100 Kilometer fährt, kann laut Welt.de 200.000 bis 300.000 km insgesamt mit einem Akku fahren, bevor ein neuer Akku eingesetzt werden sollte.

In Teil 2 geht es um die Lösungsmöglichkeiten, wie unter anderem einer mobile Ladestation, einen Reservekanister für Elektroautos und auch um Alternativlösungen.

Passende Fahrzeuge

Das Elektroauto BMW i3 wird seit November 2013 in Deutschland verkauft. Bildquelle: BMW AG

BMW i3 mit Range-Extender

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2 Gedanken zu „Range Anxiety und Elektroauto in Deutschland ein Thema? – Teil 1: Das Problem

  • 3. Februar 2011 um 11:35
    Permalink

    >> Die meisten Elektroautos haben eine Reichweite von mindestens 160 Kilometern

    „Die meisten“ und „mindestens“? Ein Tesla – vielleicht. Bei Leaf/iMiev/Smart/Think/Tazzari und allem was man sonst so kaufen oder leason kann sollte es eher „allerhöchstens“ oder „im Traum“ heissen. Von denen würde nur der Leaf überhaupt 140 km/h schaffen und dabei dann nach theoretisch knapp über 30km liegen beleiben. Bei „minus 10 Grad … und dazu Klimaanlage, Licht und Radio“ wären es höchstens 26km – theoretisch – praktisch war wahrscheinlich noch niemand verrückt genug, das auszuprobieren.

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  • 4. Februar 2011 um 11:01
    Permalink

    Neue Konzepte zum intelligenten Laden von Elektrofahrzeugen

    Haben Sie Erfahrung mit irgendeiner Art von Elektrofahrzeugen?
    Und sind Sie daran interessiert in Zukunft „grüner“ zu laden?

    Dann würden wir uns freuen, wenn Sie an unserer Befragung teilnehmen.

    Wir von der Technischen Universität Chemnitz führen im Rahmen des Projektes Gesteuertes Laden V2.0 eine Umfrage mit Elektrofahrzeug-Nutzern durch.
    Um die schwankende Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien auszugleichen und diese für Elektromobilität nutzbar zu machen, wurden neuartige Ladekonzepte entwickelt. Ziel ist es dabei, die Batterien von Elektrofahrzeugen als Energiespeicher sowie als virtuelle Kraftwerke zu nutzen. Zur Steigerung der Effektivität und Effizienz des Gesteuerten Ladens, sollen nun verschiedene Anreizsysteme für Nutzer geschaffen und bewertet werden.
    Ihre Angaben werden selbstverständlich vertraulich und anonym behandelt und dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Forschung.

    Zum Öffnen des Fragebogens klicken Sie bitte auf diesen Link:

    http://phil-gate.phil.tu-chemnitz.de/limesurvey/index.php?sid=98739&lang=de

    Der Link ist bis zum 20. Februar 2011 verfügbar.

    Herzlichen Dank im Voraus!

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