[07.01.2017] Selbst wer auf eigene Kosten ein Stromkabel zum Aufladen seines Elektroautos installieren will, kann dies von der Eigentümerversammlung untersagt bekommen.

Dies ist die Ladestation Amtron von Mennekes, diese kann optional über das Wlan mit einem Tablet-PC oder Smartphone gesteuert und kontrolliert werden.

Ladestationen könnten auch in Zukunft in den Tiefgaragen in Deutschland Mangelware bleiben.Dies ist die Ladestation Amtron von Mennekes, diese kann optional über das Wlan mit einem Tablet-PC oder Smartphone gesteuert und kontrolliert werden.

Wer zur Miete oder in der eigenen Eigentumswohnung wohnt, kann beim Thema Elektroauto leicht ein paar graue Haare bekommen. Denn wenn man nicht das Glück hat, eine Garage mit einem Stromanschluss gemietet (oder gekauft) zu haben, kann es mit dem Aufladen eines Stromers schwierig werden.

Denn ein aktuelles Urteil zeigt, dass einem die Nachbarn (bzw. die Eigentümer der anderen Wohnungen) einen Strich durch den Elektroauto-Traum machen können.

So wollte ein Wohnungseigentümer zu seinem Tiefgaragen-Stellplatz eine Stromleitung verlegen lassen, die anfallenden Kosten hätte er selbst tragen. Die Installation musste er sich jedoch auch von den Eigentümern der anderen Wohnungen genehmigen lassen, die nötige Zustimmung wollte er auf der nächsten Eigentümerversammlung einholen.

Wer sein Elektroauto in einer Tiefgarage aufladen will, kann auf Widerstand stoßen

Allerdings haben die anderen seinen Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt, er zog gegen die Entscheidung vor Gericht. Die „D.A.S Rechtschutzversicherung“ berichtet:

„Sein Plan wurde jedoch mit großer Mehrheit abgelehnt. Der enttäuschte Eigentümer zog gegen den Beschluss vor Gericht. Denn immerhin besage § 21 Abs. 5 Nr. 6 WEG, dass Maßnahmen zur Herstellung eines Energieanschlusses im Rahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung einer Wohnanlage von den anderen Eigentümern zu dulden seien.“

Das Landgericht München I entschied in dem Verfahren gegen den Kläger (Az. 36 S 2041/15).

So sah das Gericht in den geplanten Maßnahmen eine „bauliche Veränderung am Gemeinschaftseigentum, welche die Rechte der anderen Eigentümer über das zumutbare Maß hinaus beeinträchtige“.

Denn die geplante Stromleitung müsste später als Teil des Gemeinschaftseigentums auch von der Gemeinschaft instand gehalten werden.

Die Richter argumentierten wie folgt:

„Erteile die Gemeinschaft ihre Zustimmung, könnten auch andere Eigentümer im Rahmen der Gleichbehandlung Ähnliches verlangen. Mit der Folge, dass eine Vielzahl von neuen Leitungen zu ziehen sei.“

Daher sind die anderen Eigentümer nicht verpflichtet, der Installation des Stromkabels zuzustimmen.

Wenn sich andere Gerichte an dem Urteil ein Beispiel nehmen, dürfte es für viele Menschen, welche in einer Wohnung leben und einen Tiefgaragenstellplatz haben, schwer werden, ihr Elektroauto bequem aufzuladen, so steht in dem Urteil:

„Die Regelung über Energieanschlüsse im WEG beziehe sich nur auf die Herstellung eines Mindeststandards nach dem Stand der Technik – und dazu gehörten Ladestationen für Elektro-Autos zumindest bei bereits bestehenden Tiefgaragen nicht.“

Dies zeigt mal wieder, wie es um die Elektromobilität in Deutschland bestellt ist. Denn man darf nicht vergessen, dass nur relativ wenige Menschen in einem eigenen Haus leben und der Großteil als Mieter in einer Wohnung lebt.
Daher sollten sich insbesondere die Politiker fragen, wie die Elektromobilität in Deutschland einen Durchbruch schaffen soll, wenn den Elektroauto-Interessenten solche großen Steine in den Weg legen.

Via: Focus

 

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Kai
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