Durch diese 4 Maßnahmen sind Elektroautos in Norwegen so erfolgreich geworden

In Europa gilt Norwegen als die Hauptstadt der Elektroautos, der Erfolg der Stromer hängt dort hauptsächlich mit vier Maßnahmen zusammen.

 

Elektroautos dürfen in manchen Ländern die Busspur benutzen. © Wolfgang Mette - Fotolia.com
Elektroautos dürfen in manchen Ländern die Busspur benutzen. © Wolfgang Mette – Fotolia.com

Wenn man die Verkaufszahlen von Elektroautos in Norwegen und Deutschland vergleicht, fällt einem auf, dass bei unseren skandinavischen Nachbarn immer mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge als hierzulande verkauft werden.

Laut WiWo (externer Link) liegt dies hauptsächlich an den folgenden vier Punkten:

  1. Steuererleichterungen
    Wer in Norwegen ein Elektroauto (oder einen vergleichbaren Stromer) kauft, muss dort keine „Mehrwertsteuer“ und keine CO2-Steuer zahlen (wer in Norwegen einen PKW mit einem Verbrennungsmotor kauft, muss hierfür extra Steuern zahlen).
    Dadurch sind E-Autos bis zu 55 Prozent günstiger, als ein vergleichbares Auto mit einem Verbrennungsmotor.
  2. Benzin und Diesel sind teuer / Strom ist günstig
    Dadurch das in Norwegen viel Strom über regenerative Stromquellen (Wasserkraft) erzeugt wird, ist dieser dort viel günstiger als Benzin. Ein Liter Benzin kostet in Norwegen ca. 1,90 Euro, 1 kWh Strom kostet dort nur ca. 10 Cent (in Deutschland zahlte man 2013 durchschnittlich 28,7 Cent pro kWh und um ca. 1,60 Euro pro Liter für Benzin).
  3. Viele Ladestationen
    Auch beim Thema Ladestationen liegt Norwegen vor Deutschland, so gibt es dort etwa 500 Ladestationen alleine in Oslo und ca. 5.000 Stromtankstellen im ganzen Land.
    In Deutschland gibt es nur um die 3.000 Ladestationen, wobei schon viele bloggende Elektroautofahrer bewiesen haben, dass man auch mit dem Elektroauto Renault Zoe durch Deutschland fahren kann, ohne liegen zu bleiben.
  4. Vorteile für die Fahrer von Elektrofahrzeugen
    Bei diesem Punkt holt Deutschland langsam auf, denn ab Anfang 2015 gibt es das Elektromobilitätsgesetz in Deutschland, welches es den Kommunen ermöglicht, zum Beispiel Busspuren für Elektro-, Plug-In- und Brennstoffzellenautos freizugeben.
    Ebenfalls sollen die Elektrofahrzeuge auf bestimmten Parkplätzen kostenlos parken können – die Entscheidung, was davon umgesetzt wird, obliegt aber den örtlichen Behörden.

Ich würde mir in Deutschland eine stärkere Förderung von E-Autos wünschen, so wäre meiner Meinung nach, die Erstattung der Mehrwertsteuer (19 Prozent) ein guter Schritt. Bei dem Thema Ladestationen holt Deutschland so langsam immer mehr auf, so installieren Energieanbieter und Autohersteller immer mehr Ladepunkte.

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Kai

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2 Gedanken zu „Durch diese 4 Maßnahmen sind Elektroautos in Norwegen so erfolgreich geworden

  • Pingback:Deutscher Auto Blogger Digest vom 21.10.2014 › "Auto .. geil"

  • 22. Oktober 2014 um 11:03
    Permalink

    Diese Maßnahmen sind nicht auf DE übertragbar. Unser Elektromobilitätsgesetz kopiert Elemente aus Norwegen, obwohl dort bereits negative Erfahrungen damit vorliegen. Das nenne ich Ignoranz, vermutlich geboren aus Ratlosigkeit

    Dabei hätte gesunder Menschenverstand ausgereicht, zum Beispiel:
    – Keine freien Parkplätze, die nur ganze Tage lang von Car Sharing Fahrzeugen oder E-Pendlern blockiert werden, sondern in den Parkgebühren eingebundene Energieabgabe (wir reden hier nur von „trickle charge“ also nicht von Schnellladung).
    – Eine Novelle der Bauverordnungen, die in Tiefgaragen Ladeanschlüsse durchsetzen, denn nur so werden E-Autos in Innenstädten etabliert.
    – Sonderabschreibungsmöglichkeiten für die Installation von Ladeanschlüssen in Bürokomplexen und an nicht-öffentlichen Parkplätzen.

    Aus Berlin kamen zur E-Mobilität immer schon nur Lippenbekenntnisse. Vor dem Hintergrund der wirklich großen Aufgaben hat die E-Mobilität ja auch nur bestenfalls zweite Priorität. Deshalb sollte man sie nicht so an die große Glocke hängen, sondern einfach die mittlere Entscheidungsebene im Stillen machen lassen. Dabei käme Vernünftigeres heraus.

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