(07.02.2012)

In der breiten Bevölkerung gibt es noch viele Vorurteile über das Elektroauto, zusätzlich wird derzeit nicht sehr viel von der Bundesregierung getan, um die Bürger vom E-Auto zu überzeugen. Es fehlen Ladestationen, Kaufanreize uvm. – einzig das man für 10 Jahre von der KFZ-Steuer befreit ist, kann man positiv sehen.

wer ein Elektroauto getestet hat, entscheidet sich eher für eins

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts zur Elektromobilität in Deutschland ernüchternd sind. Am 1. Januar 2012 waren in Deutschland 4.541 Elektroautos zugelassen, bei den Hybridautos sieht die Zahl schon besser aus, hier kamen 47.642 Fahrzeuge hinzu.
Diese Zahlen sind an sich schon mal positiv, aber gemessen an dem Ziel der Bundesregierung sind die Zahlen weniger schön, denn das Ziel ist kein geringeres als dass die Bundesregierung Deutschland zum „Leitmarkt für Elektromobilität“ werden soll und bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland fahren sollen.

Nun wurde untersucht, wie es sich eigentlich der Bürger zum Thema Elektroauto steht, so hat Ferdinand Dudenhöffer (Professor für Automobilwirtschaft an) der Universität Duisburg-Essen eine Praxisstudie zu dem Thema durchgeführt.
Im Rahmen dieser Studie wurden in den vergangenen Monaten 226 repräsentativ ausgewählte Testpersonen befragt.

Am Anfang der Studie wurde eine Befragung durchgeführt, die Fragen lauteten:

Wie finden die Probanden Elektroautos?
Und würden sie sich eins kaufen?

Die Antworten waren skeptisch, so wollte kaum jemand in der nächsten Zeit ein Elektrofahrzeug kaufen.

Anschließend konnten die Teilnehmer 3 unterschiedliche Elektrofahrzeuge gründlich testen, dazu zählten:

Elektroautos: Smart E
Elektroautos mit einem Range-Extender (Reichweitenverlängerer): Opel Ampera
und Hybridautosmodelle: Toyota Prius Plug-In-Hybrid). Unter anderem auf der Autobahn.

Zusätzlich zum reinen Fahren durften die Tester auch den Ladevorgang mit testen.

Nach dem die Testpersonen die E-Fahrzeuge ausgiebig getestet hatten, wurde die Befragung zu den Kaufabsichten wiederholt.

Die erneute Befragung ergab, das 38 Prozent der Testpersonen nach dem sie persönlich Elektroautos testen konnten, eine Kaufabsicht für elektrisch angetriebene Fahrzeuge geäußert haben. Jedoch liegen die Preise der E-Autos derzeit über dem, was die Käufer bereit sind zu zahlen – auch wenn viele von ihnen für eine höhere Reichweite durchaus bereit sind, mehrere Tausend Euro mehr zu zahlen.

Für mich ist das überraschende an dieser Studie, das die derzeit nicht so weit ausgebaute Ladeinfrastruktur kein Kaufhinderungsgrund für die Testpersonen ist.

Das Fazit von Professor Dudenhöffer: „Bei den Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität sollte daher E-Car-Sharing im Mittelpunkt stehen.“

Ich frage mich gerade, wie verbreitet Car-Sharing ist und ob dies wirklich dabei hilft, das Elektroautos schneller „akzeptiert“ werden. Denn wenn ein E-Auto-Skeptiker beim Car-Sharing die Wahl zwischen einem Verbrennungsmotor und einem Elektromotor hat, dann wird er sich aufgrund seiner Skepsis den „Verbrenner“ aussuchen.
Daher sollten die Bundesregierung und die Autoindustrie überlegen, wie man die Skeptiker in ein Elektroauto bekommt.
Kostenlose Probefahrten sind schon mal ein guter Schritt, aber wird ein Skeptiker in Deutschland auch eine kostenlose Probefahrt nutzen?

Weiterführende Links:

Internetseite der Universität Duisburg-Essen

Vita Professor Dr. Ferdinand Dudenhöffer

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Kai
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