Opel Ampera Elektroautotest von Spiegel-Mitarbeitern – Kopfschütteln garantiert

(23.02.2012)

Die Onlineausgabe des Spiegel testet derzeit das Elektroauto Ampera von Opel, bei mir lösten die bisherigen Berichte allerdings ein Kopfschütteln aus.

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(Die Frau im Vordergrund ist Katie Melua. Bildquelle: Opel)

Das den Menschen das Elektroauto näher gebracht werden soll(te) ist wichtig, aus diesem Grund vermute ich, das sich die Onlineausgabe des Spiegel dazu entschieden hat, 7 seiner Spiegel –Online-Redakteure das E-Auto einem Praxistest unterziehen zu lassen.
Dementsprechend lautet die Aufmachung:

„Das Elektroauto ist angeblich die Zukunft. Gleichzeitig sind viele Kunden skeptisch: Umweltfreundlich sind die Stromer bestimmt – aber kann man damit im Alltag bestehen? Sieben Spiegel-Online Redakteure haben den Praxistest gemacht.

Sieben Redakteure aus verschiedenen Spiegel-Online-Ressorts haben den Opel Ampera im Alltag bewegt. Sind damit zur Arbeit gefahren, nach Hause, zum Einkaufen, aber auch für einen kleinen Ausflug auf die Autobahn. Ihre Erfahrungen veröffentlichen wir in den kommenden Tagen in diesem Elektroauto-Tagebuch. Ein Tag, ein Redakteur.“

(Quelle: Spiegel.de)

Diese Art der Aufmachung hat dafür gesorgt, dass meine Erwartungshaltung schon recht hoch war. Bisher haben 3 Redakteure das Elektrofahrzeug getestet und irgendwie schienen die Redakteure es darauf anzulegen, den Ampera mit seinem Range-Extender schlecht zu machen, denn das jemand auch ein Elektroauto nieder schreibt, der Autos in der Stadt unsinnig findet ist sehr wahrscheinlich:

Erster Tester:

„Ich fahre wenig Auto und finde es in der Stadt auch eher unsinnig – ob mit Strom oder Benzin, Frittenfett oder Koks ist da egal. Die Energie für Stromautos muss ja irgendwo herkommen, und wenn die aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, wo ist dann der Klimavorteil?
Darum bin ich ein Freund von ÖPNV und Fahrrad. „

Quelle

Die Zweite Testerin wirkte zumindest aufgeschlossener, aber dann habe ich folgenden Satz gelesen:

„Auch die Geräuschlosigkeit hat einen erheblichen Nachteil: Beim Rechtsabbiegen an einer Ampel hätte ich beinahe einen Fahrradfahrer, der von links kam, übersehen.“

Quelle

Was kann ein E-Auto dafür, dass die Redakteurin einen Radfahrer übersieht? Schließlich hätte der Radfahrer (wenn ich es richtig verstanden habe) vorfahrt und da die Augen nichts mit den Ohren zu tun haben, kann ich nicht nachvollziehen, weswegen man mit einem nahezu geräuschlosen Auto jemanden übersieht…

Der dritte Tester zeichnet sich auch wie der erste Fahrer dadurch aus, das er sehr wenig Auto fährt…

„Ich wohne mitten in der Stadt und vermisse ein Auto nur, wenn ich große Gegenstände bewegen muss – also in Ausnahmefällen.“

Quelle

Also ich lese Spiegel Online ansonsten gerne, aber die bisherigen Berichte gehören nicht zu den Glanzlichtern von Spiegel.de.
Die Aufteilung der Berichte lässt aber hoffen:
1. Die Erwartungen
2. Das begeistert
3. Das nervt
4. Fahrstrecke
5. Kaufbereitschaft

Da noch 4 Redakteure ihre Erlebnisberichten schreiben dürfen, darf man hoffen, das darunter auch Pendler sein werden oder zumindest Menschen, welche Autos in Städten nicht von vornherein verurteilen…
Das ist so, als hätte man einen Veganer die neuste Geflügelwurst testen lassen können oder Senioren, das neuste iPad kostenlos testen lassen können.
Ich bin übrigens nicht der einzig unzufriedene mit der Spiegel-Artikelreihe, wie das Forum zu dem Artikel verrät.
Aber wie schon geschrieben, es besteht noch Hoffnung, dass das Elektroauto Ampera einen geeigneten Tester oder Testerin findet… denn beim ADAC hat es auch geklappt.
Übrigens frage ich mich, warum Spiegel von 40 Kilometern Reichweite schreibt, während der ADAC bei dem Test von 60 Kilometern schreibt – ich vermute, es liegt am Winter(?).

Weiterführende Links:

Elektroauto-Tagebuch: Krieg der Knöpfe

Drei elektrisierende Tage (ADAC-Lesertest des Elektroauto Opel Amera)

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2 Gedanken zu „Opel Ampera Elektroautotest von Spiegel-Mitarbeitern – Kopfschütteln garantiert

  • 28. Februar 2012 um 05:49
    Permalink

    Ein Review hängt leider immer von den Leuten ab, die es testen – wenn jemand Opern hasst und ein Review über eine neue Oper schreibt, wird die auch anders aussehen, als wenn sie ein Opernfan schreibt – insofern geb ich auf Reviews auch immer nur dann was, wenn ich mit mit dem Tester vorliebenmäßig auf einer Wellenlänge schwimme.

    Ich hab den Ampera jedenfalls auch schon probegefahren und bin stark am Überlegen, ihn mir zuzulegen – gerade als Stadtauto, also in meinem Fall als Zweitwagen, aber wenn die Benzinpreise weiter so steigen, dann vielleicht bald als Hauptwagen. Das ist ja bald echt nicht mehr zu leisten, dann werden sich wohl mehr überlegen, umzusteigen, nicht nur wegen der Umwelt. Leider braucht es halt immer finanzielle Gründe für Mensch.

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  • 1. März 2012 um 14:26
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    Serielle Hybride, aktuell angepriesen als Elektro-Auto, können durchaus kritisch gesehen werden. Beim Beispiel Ampera hat man sich m.E. keine hervorzuhebende Mühe gegeben, einen möglichst optimalen Verbrennungsmotor als sog. Reichweitenverlängerer zum Einsatz zu bringen. Auf die Weiterentwicklung bin ich gespannt. Die Verfügbarkeit von nötigem Kleingeld für einen Ampera gepaart mit Umweltbewußtsein ist schon eher optimal.

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