(12.11.2011)

Die Bundesregierung möchte, dass Deutschland eine Vorbildfunktion in Sachen Elektromobilität übernimmt. Deshalb sollen bis 2020 eine Million batteriebetriebene Autos auf deutschen Straßen fahren. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, denn zurzeit sind es nur 2.300 Elektroautos und 37.000 Hybridfahrzeuge. Trotzdem halten Experten dieses Ziel durchaus für realistisch.

Verbraucher investieren, wenn der Staat subventioniert

Ihre Zuversicht schöpfen die Fachleute aus der Studie „Future eMobility“ der TU München, in der die Vorstände der großen Automobilkonzerne und der Zulieferer, die Manager der Stromversorger sowie Wissenschaftler, Marketingprofis und Verbraucher zur Zukunft des Elektroautos befragt wurden. Demnach ist ein Großteil der Befragten davon überzeugt, dass sich die Elektroautos in neun Jahren tatsächlich durchgesetzt haben werden. Die Verbraucher sind sogar dazu bereit, einen höheren Preis für die umweltfreundlichen PKWs zu bezahlen! Um die Ziele zu erreichen, muss der Staat den Kauf der umweltfreundlichen Elektroautos jedoch subventionieren, so die Befragten.

Tankstelle oder Steckdose

Auch der Ausbau von öffentlichen Ladestationen muss weiter vorangetrieben werden. Bisher gibt es in Deutschland 1.360 öffentlich zugängliche Stromtankstellen. Im einfachsten Fall handelt es sich bei diesen Ladestationen um eine Steckdose (230 V, 16 A), an der man sein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mit einer Kabelverbindung aufladen kann. Diese Stromtankstelle unterscheidet sich nicht wesentlich von einer Steckdose im Haushalt. Theoretisch kann man sein Ökofahrzeug also auch in der heimischen Garage aufladen. Das dauert dann – je nach Modell – zwischen sechs und acht Stunden und kann bequem erledigt werden, wenn man das Auto für einen längeren Zeitraum nicht benutzen muss.

Der Strompreis bestimmen die Tankrechnung

Damit das klimafreundliche Fahrzeug auch wirklich mit klimafreundlichem Strom betankt wird, sollte man überprüfen, ob der eigene Stromversorger seinen Strom tatsächlich CO2-neutral erzeugt. Beim heutigen Strommix, der noch immer zu einem großen Anteil aus Kohlestrom besteht, sieht die CO2-Bilanz der Elektroautos gar nicht so gut aus. Vergleiche haben gezeigt, dass Elektroautos in etwa dieselbe CO2-Bilanz haben, wie Fahrzeuge mit einem sparsamen Verbrennungsmotor. Ganz anders sieht es aus, wenn mit Ökostrom getankt wird. Dann können die normalen PKWs nicht mehr mit den Elektroautos mithalten. Allerdings sind die Strompreise für Ökostrom je nach Anbieter sehr unterschiedlich. Dadurch kann der Treibstoff für das Elektroauto zu einem zusätzlichen Kostenfaktor werden. Es ist also empfehlenswert, die Strompreise der einzelnen Anbieter zu vergleichen, um den nachhaltigsten und günstigsten Stromtarif zu finden. Vergleichsportale für Strompreise bieten entsprechende Tarifrechner an. Auf 100 Kilometer benötigt ein elektronisch betriebener Kleinwagen dann etwa 15 bis 20 kWh. Geht man vom aktuellen Strompreis aus, dann kostet ein elektrisch zurückgelegter Kilometer nur rund halb so viel wie ein mit Benzin bewältigter Kilometer. Da die Spritpreise auch in Zukunft weiter ansteigen werden, dürfte sich das Verhältnis sogar weiter zugunsten des Elektroautos verbessern.

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Kai
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