(12.09.2011)

Der Autohersteller Volkswagen (VW) will sein neustes Elektroauto NILS auf der IAA in Frankfurt präsentieren. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um die Studie eines einsitzigen Elektrofahrzeugs, das Konzeptfahrzeug soll zeigen, wie sich die Ingenieure von VW die urbane Welt von morgen vorstellen. Das E-Auto hat eine Alu-Space-Frame-Karosserie, Flügeltüren und freistehende Räder und es fährt völlig emissionsfrei und geräuschlos. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert

Der Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg von VW sagt folgendes zu NILS:
„NILS ist in der Tat ein Fahrzeug, das die Zukunft vorausnimmt. Er wirkt, als hätte ihn jemand aus dem Jahre 2030 in die Gegenwart projiziert. In dieser Studie verschmelzen Nachhaltigkeit, Design und Lifestyle zu einer neuen Allianz. Ein Hightech-Fahrzeug sehr realistisch konzipiert“ .. „Das Ziel des Projektes NILS ist es, ein technisch konkretes und wirtschaftlich tragfähiges Fahrzeugkonzept für die Mikromobilität zu erarbeiten, das den Individualverkehr dank Elektroantrieb effizienter und umweltverträglicher gestaltet.“

Das Elektroauto NILS wurde entwickelt, nach dem die Konzernforschung intensiv den Pendler-Verkehr analysiert hat. Die Forschungsergebnisse wurden den Entwicklungsabteilungen aller Marken – von A wie Audi bis V wie Volkswagen – zur Verfügung gestellt. Dr. Ulrich Hackenberg: „NILS ist dabei alles andere als eine Trockenübung sondern sehr konkret. Trotz der kompakten Dimensionen erfüllt die Studie zum Beispiel sämtliche Sicherheitsanforderungen an moderne Fahrzeuge. Pendler wären also nicht nur umweltschonend, sondern auch sehr sicher mit diesem Auto unterwegs.“

Die Reichweite des Elektrofahrzeug liegt bei 65 Kilometer (als Stromspeicher dienen Lithiumionen-Akkus), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Mit seiner Reichweite soll das E-Auto laut VW für die Mehrzahl der beruflichen Pendler das ideale Fahrzeug sein; denn 73,9 Prozent aller beruflichen Pendler – so das Statistische Bundesamt – legen auf dem Weg zur Arbeit weniger als 25 Kilometer zurück – zu 90 Prozent allein.

Auch die Maße von nur 3,04 Meter Länge zeigen, dass es nur für eine Person ausgelegt ist, denn NILS ist ca. 50 Zentimeter kürzer als der neue up! von Volkswagen. Auch die übrigen Daten zeigen, dass es sich um einen modernen Ein-Personen-Flitzer handelt: In der Breite von Rad zu Rad misst NILS 1,39 Meter; die Karosserie selbst ist nur 0,86 Meter breit. Hoch ist die Studie 1,2 Meter. (Selbst ein Porsche 911 ist ca. 10 Zentimeter höher).

Das äußere Layout entspricht dem eines Formel 1-Boliden: Der Fahrer sitzt in der Mitte, der Motor befindet sich hinten und die Alu-Räder sind freistehend. Die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sind mit rollwiderstandsoptimierten Reifen der Dimensionen 115/80 (vorn) und 125/80 (hinten) bestückt.

Mit seinen 460 kg und 15 kW E-Motor (kurzzeitig auch 25 kW) beschleunigt Nils mit konstant 139 Nm Drehmoment und ESP in knapp elf Sekunden auf hundert und ist in der Spitze 130 km/h schnell. Die Lithium-Ionen-Batterie (5,3 kWh) reicht für bis zu 65 Kilometer und ist nach zwei Stunden an einer normalen Steckdose wieder voll aufgeladen. Der 19 kg leichte Elektromotor liegt zusammen mit dem Getriebe und der Batterie über der angetriebenen Hinterachse. Das bleibt sogar noch etwas Platz für einen kleinen Kofferraum: Unter der Heckklappe ist genug Raum für eine Getränkekiste und eine Tasche.

Elektronische Helferlein wie Notbremsfunktion mit Laser Sensor oder automatische Distanzregelung sind in der automobilen Zukunft serienmäßig. Allerdings gibt es bei dem leichten Fahrzeug keine Servo-Lenkung mehr und auch die Aussenspiegel werden bei dem schmalen Nils wieder von Hand eingestellt.

Auch wenn das Elektroauto NILS zuerst noch gewöhnungsbedürftig aussieht, machen solche 1-Personen-Elektro-Flitzer Sinn – denn Fahrgemeinschaften sind leider noch selten. Wie viel Euro VW für das Elektrofahrzeug NILS später haben möchte, ist leider noch offen.

Das Konzept von VW ist sehr interessant, allerdings habe ich -leider- Zweifel, ob sich so ein Fahrzeug wirklich viel verkaufen wird, bzw. von der breiten Masse angenommen wird. Entscheidend wird sicherlich der Kaufpreis sein, denn das E-Auto NILS würde sicherlich von vielen Haushalten als Zweitauto eingesetzt werden. Zum Beispiel während die Frau mit dem Elektroauto NILS ins Büro fährt, kann sich der Ehemann um die gemeinsamen Kinder kümmern und fährt mit dem Golf Blue-E-Motion mit den Kindern einkaufen oder die Kinder zur Schule…
Derzeit ist dieses 1-Personen-Auto-Konzept wahrscheinlich zu früh, um wirklich angenommen zu werden, da die meisten Menschen noch eher auf Autos mit den herkömmlichen Maßen setzen. Aber von einem besseren lasse ich mich gerne belehren.

 

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Kai
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