Elektroautos und Hybridautos müssen in den USA künstliche Motorgeräusche haben

(28.12.2010)

Elektroautos haben den Vorteil, das sie sehr leise fahren – da der vergleichsweise laute Verbrennungsmotor durch einen leisen Elektromotor ersetzt wurde. Auch Hybridautos haben einen Elektromotor, jedoch ist dieser zusätzlich zu dem Verbrennungsmotor eingebaut.
Egal ob man nun ein Elektroauto oder ein Hybridauto fährt, beide sind bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h sehr leise unterwegs. Da der Verkehrslärm in den Städten als Stressfaktor Nummer eins gilt, sollten eigentlich alle Menschen froh sein, das der Verkehrslärm in Zukunft Schritt für Schritt leiser wird, da immer mehr Elektroautos (und Hybridautos) auf den Straßen und in den Städten unterwegs sind.

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Künstliche Fahrgeräusche für Elektroautos, dann wird auch das Elektroauto Leaf von Nissan, welches den Preis Auto des Jahres 2011 gewonnen hat künstliche Fahrgeräusche haben. Der Nissan Leaf von aussen, als Elektroauto braucht er keine großen Kühlerschlitze. Bildquelle: Nissan

Doch nun ist der US-Kongresses  der Meinung, das die Leisen Hybrid- und Elektroautos ein echtes Sicherheitsrisiko für Blinde darstellen. Sie sollen daher bald wieder zünftig Krach machen.

Die Abgeordneten des US-Kongresses wollen zukünftig künstliche Fahrgeräusche zur Pflicht machen, wenn auch in abgemilderter Form. Das Parlament verabschiedete am Donnerstag mit großer Mehrheit ein Gesetz, wonach auch geräuscharme Elektro- und Hybridautos im Straßenverkehr deutlich zu hören sein müssen. Damit sollen Unfälle etwa von blinden Fußgängern verhindert werden, die Fahrzeuge nicht sehen, sondern nur hören können. Auch für Jogger, Radfahrer und kleine Kinder sollen die Straßen damit sicherer werden.

Die Verkehrsbehörden haben nun 18 Monate Zeit, eine Mindestlautstärke festzulegen, die für extrem leise Autos gelten soll. Das könne etwa durch Warnsignale erreicht werden. Das Gesetz sieht vor, dass die Geräusche automatisch ertönen, wenn ein Wagen mit niedriger Geschwindigkeit fährt. Die Fahrer soll das Signal nicht ein- und ausschalten dürfen.

Das Gesetz muss noch vom US-Präsident Barack Obama unterschrieben werden. Widerstände dürften dabei kaum zu erwarten sein. Die neue Regelung wurde von den beiden großen Vereinigungen der US-Automobilindustrie unterstützt. Der nationale Blindenverband begrüßte sie als Wahrung des Rechts für Blinde, eigenständig und sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Kommentar:

Auch wenn man auf Menschen mit Sehbehinderungen, Joggern, usw. Rücksicht nehmen sollte, bleibt die Frage, warum sollten die Menschen mitten auf der Straße gehen? Elektroautos und Hybridautos fahren auf Straßen, Menschen gehen auf Fußwegen – daher gibt es nur sehr wenige Situationen, in denen Menschen und Autos auf der gleichen Strecke sind: Spielstraßen, Parkplätze von Einkaufszentren, etc.; Bei all diesen seltenen Gegebenheiten achten die PKW-Fahrer schon mit größter Sorgfalt darauf, das nicht jemand mitten vor das Auto läuft. Auch wenn ein Mensch mit einer Sehbehinderung mal den Fußweg verlassen wird, wird dieser Mensch nicht rennen, sondern vorsichtig gehen und somit werden sich die Autofahrer denken können, das man vorsichtig fahren muss.
Die größere Gefahr für Menschen mit einer Sehbehinderung sind Radfahrer, denn diese fahren entweder auf den Gehwegen oder direkt neben den Fußgängern. Auch sind Radfahrer sehr leise und können einen Fußgänger zu Fall bringen. Warum werden also nicht für alle Radfahrer künstliche Fahrgeräusche vorgeschrieben?
Auch wird es mehr Wildunfälle geben, als Unfälle mit Elektroautos und Hybridautos – soll jetzt jedes Wildtier ein künstliches Geräusch bekommen?

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Florian.Domroese

3 Gedanken zu „Elektroautos und Hybridautos müssen in den USA künstliche Motorgeräusche haben

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  • 3. Januar 2011 um 13:49
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    Die Amerikaner spinnen! Das wusste auch schon Obelix 🙂
    Es bleibt nur die leider geringe Hoffnung dass die EU diesen Schwachsinn nicht kopiert.

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  • 29. März 2011 um 14:03
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    Der Kommentator geht von einigen grundfalschen Annahme aus: Dazu gehört u. a., dass Autofahrer denken können. Das können sie nämlich nicht, sonst würden sie kein Auto fahren sondern den ÖPNV benutzen!
    „Bei all diesen seltenen Gegebenheiten (bei denen Autofahrer Fußgänger totfahren) achten die PKW-Fahrer schon mit größter Sorgfalt darauf, das nicht jemand mitten vor das Auto läuft.“ Das einzige worauf Autofahrer achten ist, dass es hinterher im Unfallbericht heißt: „Der ist mir völlig unerklärlicherweise mitten vor’s Auto gelaufen, ich hatte keine Chance auszuweichen.“

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