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Tag: Elektromotor

[Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastartikel von einem unserer Leser]

[28.11.2016] Es war einmal die Zeit, in der der Elektromotor Einzug in alle Bereich des täglichen Lebens gefunden hatte – in großen und kleinen Geräten wie auch im Straßenverkehr.

Dieser Parkplatz steht vor einer Ladestation bei Volkswagen in Wolfsburg.

Dieser Parkplatz steht vor einer Ladestation bei Volkswagen in Wolfsburg.

Bei Letzterem in verschiedenen Varianten vom Elektrorad, Elektroauto, Elektrobus und Straßenbahn bis zum Zug, dem mit nahezu 300km/h schnellsten Fortbewegungsmittel (abgesehen vom Fliegen, aber hier waren der Reichweite zwangsläufig Grenzen gesetzt, denn ein Aufladen in der Luft war nicht praktikabel).

Elektro-Pkw /-Lkw bspw. hatten Reichweiten von gut 300km. Auf Autobahnraststätten gab es für längere Fahrten die Möglichkeit des Akkutausches innerhalb kurzer Zeit.

Eines Tages, in einer unseren sehr ähnlichen Zeit, keimte eine neue Erfindung des sog. „Verbrennungsmotors“ auf. Diesem sprach man deutliche Vorteile gegenüber der Elektromobilität zu. Bspw. würde sich die Reichweite eines Autos vervielfachen und Flugzeuge könnten ohne Zwischenlandung und Ladezeit um die halbe Welt fliegen.

Schnell entbrannten hitzige Diskussionen und wie so oft bei neuartigen Entwicklungen mischten sich Ängste vor dem Unbekannten und der Veränderung schlechthin mit Erwartungen an einen verbesserten Lebensstandard.

Es seien daher recht sachlich ein paar Für- und Gegen-Argumente benannt:

Pro:

  • Reichweiten könnten drastisch erhöht, Reisezeiten erheblich verringert werden (>1000km ohne Zwischenstopp)
  • in Serienproduktion könnten die Kosten für den Verbraucher relativ gering sein
  • allein durch die Motorgeräusche würden Kraftfahrzeuge besser wahrgenommen werden (extra künstlich erzeugte Geräusche beim (An-)Fahren entfielen)
  • allein die Motorabwärme genüge für das Wärmen des Fahrzeuginnenraums
  • Fahrzeuge jeglicher Art könnten auch dort genutzt werden, wo kein Strom verfügbar ist
  • das Vollzapfen dauert nur wenige Minuten und wäre damit viel schneller als das Stromladen mit 30-60min und sogar etwas als der auf Autobahnen übliche Akkutausch
  • durch die neuartigen Gangschaltungen hat man endlich mehr Einfluss auf das Fahrverhalten des Fahrzeugs und sein eigenes Fortkommen

Kontra:

  • Forschung u. Entwicklung eines solchen Verbrennungsmotors seien teuer
  • es bedarf vieler zusätzlicher Materialien für Motor, Getriebe, Abgasanlage, Katalysator,Kühlflüssigkeiten, Motoröl
  • der Herstellungsprozess der Verbrennungsflüssigkeit bedarf des Ölförderns, der Raffinerie, des weltweiten Transports über See und Land sowie des Baus von tausenden von Zapfstellen
  • wenn alle sog. Verbrenner nutzen würden, bräuchte man sogar Zapfstellen alle paar Kilometer, damit sich keine Warteschlangen bilden
  • die Umwelt würde vom Beginn (Ölverschmutzung, Landschaftszerstörung) über den Transport (große Tankschiffe u. Transporter notwendig) bis zum Verbrauch (Abgasentwicklung) belastet
  • die Abgase wären angeblich für Mensch und Natur belastend, ja sogar giftig
  • auch würden diese dann überall, besonders in den Städten ausgestoßen
  • überhaupt sei der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren nur 1/3 von E-Motoren

Trotz dem was für diese innovative Technik sprach und vieler Enthusiasten und einiger Firmen der Automobilindustrie, der Energieversorger und ölreichen Länder, wollte oder konnte sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht recht überzeugen lassen.

Natürlich gab es immer wieder Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern, die Elektromobile jeglicher Art einfach nicht rechtzeitig wahrgenommen hatten (teilweise trotz deren, eben unterschiedlichen, künstlichen Geräuschen).

Dennoch war eine im Gegenzug viel schlechtere Atemluft für alle kein Ausgleich dafür. Auch wollen (zumindest die Meisten) gar nicht 1000 km am Stück fahren. Pausen sind (nicht nur bei Familien) erholsam (tragen somit zur Verkehrssicherheit bei) und die Nahrungsaufnahme (und deren Ausscheidung) gebieten zwangsläufig gelegentlichen Halt. Überhaupt waren die Menschen von derartigen Neuerungen nur schwerlich zu begeistern, schließlich lief alles soweit so gut wie es war. Auch wenn für einige verwendete Rohstoffe (der Akkus) noch Ersatzstoffe gefunden werden müssen, da diese nur noch wenige Jahrzehnte ausreichen würden.

BMW hat für seinen Elektromotor, welcher im Plug-In Hybridauto BMW 225xe iPerformance eingesetzt wird, den Bayerischen Staatspreis für E-Mobilität erhalten.

Plug-In Hybridauto BMW 225xe iPerformance. Bildquelle: BMW

Plug-In Hybridauto BMW 225xe iPerformance. Bildquelle: BMW

So steht in der leicht von mir geänderten Pressemitteilung:

Mit der innovativen eDrive Technologie im BMW 225xe Active Tourer unterstreicht der bayrische Autohersteller erneut seine Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs im Premium-Segment.

BMW Elektro-Motor gewinnt Bayerischen Staatspreis für E-Mobilität. Der innovative Elektro-Motor des Plug-In Hybridauto BMW 225xe iPerformance gewinnt den Bayerischen Staatspreis für E-Mobilität / eCar-Tec-Award auch wegen seines innovativen Kühlkonzepts.

Mit der innovativen BMW eDrive Technologie im 225xe Active Tourer unterstreicht der Autobauer erneut seine Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs im Premium-Segment.

So sieht dasPlug-In Hybridauto BMW 225xe iPerformance ohne Karosserie aus. Bildquelle: BMW

So sieht dasPlug-In Hybridauto BMW 225xe iPerformance ohne Karosserie aus. Bildquelle: BMW

Stefan Juraschek (Leiter E-Antriebe bei der BMW Group) erklärt:

„Die BMW eDrive Technologie umfasst modernste Plug-in-Hybrid-Komponenten und trägt erheblich zur Senkung von Verbrauch und Emissionen bei.“

eBoost-Funktion von BMW sorgt beim Beschleunigen für eine rasante Beschleunigung

Zusätzlich bietet BMW eDrive die Möglichkeit, rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei zu fahren. Durch das Zusammenspiel eines Elektro-Motors mit einem Verbrennungsmotor können auch große Entfernungen problemlos zurückgelegt werden. Dabei ermöglicht der Elektromotor direktes Ansprechverhalten, indem er sein hohes Drehmoment bereits aus dem Stand zur Verfügung stellen kann. Beim Beschleunigen kombiniert die eBoost-Funktion die Drehmomente beider Antriebssysteme von Elektromotor und BMW TwinPower Turbomotor und garantiert unter allen Bedingungen die typische Freude am Fahren der Fahrzeuge der bekannten Marke

Besonders innovativ ist der Elektro-Motor des 225xe durch seine Rotor-Umluftkühlung. Dabei wird Luft von einem rotorgetriebenen Ventilator durch Kanäle im Rotor des Elektromotors geblasen. Diese gibt dann Hitze über das wassergekühlte Gehäuse ab. Die Vorteile sind geringere Kosten, weniger Bauteile und eine Steigerung der Dauerleistung um bis zu 25 Prozent.

Ilse Aigner, die Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, unterstützt den eCarTec Award und lobt ihn zum Bayerischen Staatspreis für Elektromobilität aus. Zielsetzung ist die Strategie, im Bereich Elektromobilität die Vorreiterrolle des Wirtschafts- und Technologiestandortes Bayern weiter auszubauen und das Thema Elektromobilität als zukunftsweisende und umweltfreundliche Technologie mitzugestalten. Der Preis wird in 4 Kategorien verliehen und ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert.

Wir vergessen häufig, dass Elektroauto überhaupt einen Motor haben. Denn sobald man das Gaspedal tritt, beschleunigt das Fahrzeug nahezu geräuschlos. Nun hat ein Youtuber den Motor des E-Auto BMW i3 bei der Arbeit aufgenommen.

Elektroauto BMW i3

Elektroauto BMW i3

Dank der Motorleistung von 125 kW (170 PS) kann man mit dem Stromer aus Bayern sehr gut beschleunigen, allerdings ahnt man kaum, welche Kräfte während der Fahrt auf den Motor einwirken.

Das Video wurde während einer Fahrveranstaltung namens BMW CCAPeachtree – AutoX 9/2015 aufgenommen.

Auch sieht man, dass neben dem Elektromotor noch relativ viel Platz ist. Dieser wird bei den Varianten mit dem Range-Extender von dem kleinen Verbrennungsmotor ausgefüllt. Die rein elektrische Reichweite liegt bei 160 bis 190 Kilometer, dank des Range-Extenders soll man insgesamt bis zu 300 Kilometer weit fahren können.

Und hier ist das Video:

Via: Insideevs

Das Elektroauto Tesla Model S wird in Zukunft optional über den »Wahnsinns-Geschwindigkeitsmodus« verfügen, dies hat Elon Musk (CEO von Tesla Motors) am 17. Juli auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt gegeben. Hierbei handelt es sich um eine Anspielung auf die legendäre Weltraumkomödie Spaceballs.

Das Elektroauto Tesla Model S hat von Consumer Reports den Titel bestes Auto im Jahr 2014 erhalten. Bildquelle: Tesla Motors

Das Elektroauto Tesla Model S hat von Consumer Reports den Titel bestes Auto im Jahr 2014 erhalten. Bildquelle: Tesla Motors

Wer in Zukunft nahezu jeden Ampelsprint für sich entscheiden will, sollte sich das Elektroauto Model S anschaffen.
Denn für dieses gibt es ab sofort ein optionales Upgrade für 10.000 US-Dollar, dafür kann man dann mit dem Stromer in 2,8 statt 3,1 Sekunden von 0 auf ca. 100 km/h beschleunigen.
In dem Paket ist die verbesserte Batterieeinheit mit einer Leistung von 90 kWh bereits mit enthalten, einzeln würde das Upgrade 3.000 Dollar (3.200 Euro) kosten.

Elektroauto Tesla Model S.  "Ludicrous Speed" - Aus "Wahsinn" wird "aberwitzig". Bildquelle: Tesla Motors

Elektroauto Tesla Model S.
„Ludicrous Speed“ – Aus „Wahsinn“ wird „aberwitzig“. Bildquelle: Tesla Motors

Dieer »Aberwitzige-Geschwindigkeitsmodus« ist eine Anspielung auf die bekannte Weltraumkomödie Spaceballs, dort heißt der Geschwindigkeitsmodus im englischen Original »Ludicrous Mode« und ist noch schneller als die Lichtgeschwindigkeit.

 

Batterie-Upgrade sorgt für 5 kWh mehr Strom

Musk hatte auch angekündigt, dass es eine Upgradeoption der Batterieeinheit geben wird, diese kann von 85 auf 90 kWh verbessert werden; die Kosten liegen bei 3.200 Euro.
Mit dem größeren Stromspeicher steigt die Reichweite um 6 Prozent, also von 491 auf 520 Kilometer Reichweite.

Elektroauto Tesla Model S. Reichweiten-Upgrade. Bildquelle: Tesla Motors

Elektroauto Tesla Model S. Reichweiten-Upgrade. Bildquelle: Tesla Motors

Jährlich 5 Prozent mehr Reichweite

Die bestehenden Exemplare des Model S können laut Tesla mit dem Upgrade ausgestattet werden, allerdings empfiehlt der Autohersteller, dass man -wenn man nicht regelmäßig das Rewichweitenlimit ausreizt – mit der neuen Batterieeinheit noch etwas warten sollte.
Denn der US-Autohersteller will die Reichweite seiner Batterieeinheiten jährlich um etwa 5 Prozent steigern.

Model S mit 70 kWh großer Batterie und 1 Elektromotor

In Zukunft wird es das E-Auto Model S auch mit einer 70 kWh großen Batterieeinheit und einem Elektromotor geben, dafür wird es nur 70.000 US-Dollar kosten.
In Deutschland gibt es dieses Modell für 74.500 Euro.

Via: Tesla Motors

Den Elektroautos von BMW i5 könnte es in Zukunft als Plug-In- oder Elektroauto geben, durch eine höhere Stückzahl und weniger Carbon soll das Elektrofahrzeug sogar günstiger als die bisherigen Stromer von BMW i werden.

BMW i Remote App für das Elektroauto BMW i3 und das Plug-In Hybridauto BMW i8 bei den CES Innovation Awards 2015 ausgezeichnet. Bildquelle: BMW

BMW i Remote App für das Elektroauto BMW i3 und das Plug-In Hybridauto BMW i8 bei den CES Innovation Awards 2015 ausgezeichnet. Bildquelle: BMW

Der i5 gilt in der Medienbranche als Tesla-Jäger, allerdings gibt es derzeit nur Gerüchte – denn der Autobauer hüllt sich dazu (noch) in Schweigen.
Denn derzeit scheint man verschiedene Antriebskonzepte zu prüfen.

So sagen die Gerüchte, dass die Plug-In Variante über einen Benzinmotor mit 218 PS sowie zwei Elektromotoren (vorn: 150 PS und hinten: 272 PS) verfügen könnte. Die Systemleistung soll bei 400 PS liegen.
Die rein elektrische Reichweite wird auf 125 Kilometer beziffert, fährt man schneller als 60 km/h, schaltet sich der Benzinmotor dazu. Die reine Elektroversion könnte über 275 PS verfügen, die Reichweite soll bei bis zu 400 Kilometer liegen. Der Marktstart ist für das Jahr 2019 angepeilt.

Ob der i5 wirklich auf den Markt kommt, steht aber noch nicht fest – wir dürfen daher weiterhin gespannt sein.

Via: Autobild

Fliegen gehört zu den Fortbewegungsarten, bei denen bisher sehr viel CO2 erzeugt worden ist – nun wurde das Elektroflugzeug Airbus E-Fan der Öffentlichkeit präsentiert, hierbei handelt es sich um relativ kleines Flugzeug mit Propellerantrieb und Platz für 2 Piloten.
Das Elektroflugzeug E-Fan kann bis zu einer Stunde lang am Stück fliegen. Bildquelle: Airbus Group

Das Elektroflugzeug E-Fan kann bis zu einer Stunde lang am Stück fliegen. Bildquelle: Airbus Group

Am Freitag wurde in Frankreich eine vom Airbus-Konzern und Siemens entwickelte Propellermaschine vorgestellt, welche rein elektrisch angetrieben wird. Der in den Akkuzellen gespeicherte Strom reicht für etwa eine Stunde Flugzeit.
Mit dem Elektroflieger können unter anderem Piloten trainieren oder es können sogar Kunstflüge absolviert werden.
Die Umwelt profitiert gleich doppelt, zum einen werden beim Fliegen keine Treibstoffe ausgestoßen und der Lärm ist auch nicht so laut.

Schon am 11. März diesen Jahres hatte das Elektromobil seinen Jungfernflug, in Deutschland wird das E-Fan genannte Flugzeug vom 20. bis 25. Mai auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin präsentiert werden.

Die Maschine ist etwa sieben Meter lang, verfügt über eine Spannweite von 10 Metern, fliegt bis zu 220 km/h schnell, die zwei Elektromotoren haben zusammen eine Leistung von 60 Kilowatt und die Maschine bietet Platz für 2 Piloten.

Ab dem Jahr 2017 soll das Elektroflugzeug  in einem neuen Werk am Flughafen der südfranzösischen Stadt Bordeaux gebaut werden, dann könnte es das Flugzeug auch mit einem Range-Extender (Reichweitenverlängerer) geben.

 

[Dieser Gastartikel stammt von unserem Leser Max Wahl, der Artikel wurde Rahmen unserer Aktion „Neue Aktion: Schreib einen Gastartikel und nimm an der Verlosung teil“ eingereicht.]

Vergangene Woche fand in Berlin die groß-angekündigte Elektro-Show des VW Konzerns „electrified“ statt. Versprochen wurde eine ansprechende und umfangreiche Präsentation der Elektrofahrzeuge des deutschen Herstellers, viele neue Informationen zur Elektromobilität, sowie natürlich den Hauptgrund, warum sich ein Besuch sowieso nicht vermeiden ließ: die Möglichkeit eine Probefahrt mit den E-Volkswagen, allen voran dem neu vorgestellten e-Golf zu unternehmen.
Eine Chance, die ich mir als großen Fan von E-Autos nicht entgehen lassen konnte.

Das Elektroauto VW e-Golf verfügt über eine Reichweite von bis zu 190 Kilometern.

Das Elektroauto VW e-Golf verfügt über eine Reichweite von bis zu 190 Kilometern.

Also auf zum Flughafen Tempelhof in meiner Heimatstadt Berlin: nach einigem Suchen wurde der alles andere als auffällige Eingang zur sogenannten „Show“ gefunden.
Dort angekommen erst einmal Ernüchterung: abgesehen von zwei, drei Videoprojektionen, reichlich Messe-Hostessen, die einen förmlich ansprangen, kaum dass man einem der fünf Fahrzeuge zu nahe kam und reichlich viel Greenwashing des VW-Konzerns, einschließlich „der Mobilität von morgen“ (ein Konzept-Auto und ein E-Bike), Flyern vom wahnsinnig ökologischen Abkommen mit „Lichtblick“, welches 100%-Ökologische Stromerzeugung ermöglichen soll (Zitat: „andere Stromanbieter bieten das nicht“ öhm, Greenpeace Energy, Naturstrom?!) und dem „Reichweiten-Spiel“, dass ganz eindeutig zeigt, dass der Durchschnittsautofahrer ja nur 100 km am Tag braucht.

Naja, ein bisschen mehr erhofft hatte man sich da schon. Aber gut, ich wollte einen e-Golf Probe fahren, nicht mit Messehostessen über das (in meinen Augen trotz allem Ökostrom doch sehr fragliche) Image des VW-Konzerns diskutieren. Also angemeldet für eine Probefahrt, Name, Adresse angeben eingeschlossen, Führerschein vorgelegt und raus aufs Flugfeld, wo sich (gegenüber der gähnenden Leere im Inneren der Hangars) eine wirklich beachtliche Zahl von Interessenten eingefunden hatte, um einen neuen elektrischen VW Probe zu fahren.

Nach nicht einmal 5 Minuten warten saß ich dann schon hinterm Lenkrad eines e-Golfs. Zugegeben, ich war positiv überrascht. Man kann die Hochwertigkeit dieses Autos (zumindest auf den ersten Blick) wirklich fühlen. Zunächst eine kurze Einweisung: VW-Experte (begeistert): „Sind Sie schon mal mit einem E-Auto gefahren?

Ich: „Öhm, ja, i-MiEV, F-Cell, Fluence, E-Smart…“ – (erschreckter Blick des „Experten“) „ …leider noch keinen Tesla“ (dankbares Aufatmen der Fachkraft) „Gut, dann ist das für sie ja alles kein Problem“ – Nö, war es auch nicht, Fahrstufe rein wie bei jedem E-Auto und los geht’s. Etwas gewöhnungsbedürftig: die Rekuperationsstufe wird direkt mit dem Fahrstufenhebel gewählt, die typischen Schaltwippen fehlen hier. Also los: Bremse loslassen und anrollen. Das Fahrzeug zieht fröhlich an, nicht ganz so fröhlich wie ein F-Cell oder E-Smart, aber ich denke doch mehr als ausreichend, um jegliche Ampelspurts zu gewinnen.

Der e-Golf fährt sich angenehm unaufgeregt, ist (natürlich) absolut lautlos unterwegs und fühlt sich ein bisschen an, als würde man über den Asphalt schwimmen. Für typische Golf-Fahrer ja sicher sehr angenehm, für mich persönlich doch etwas „zu lieb“ im Fahrverhalten. Eine etwas straffere Federung hätte dem Auto gut gestanden.

Während der ersten Runde wurde die Fahrt stetig von den Erklärungen des VW-„Experten“ unterstützt. Nun galt es die „praktischen und effizienzsteigernden“ Rekuperationsstufen zu testen. Mein Fazit: fast vollständig überflüssig: die schwächste Stufe der Bremsrückgewinnung ist nicht spürbar, man könnte sie auch einfach freundlich „Aus“ nennen.

Die stärkste Stufe dagegen ist immer noch arg schwach, ein Fahren ohne Bremspedal im Stadtverkehr, so wie es i3-Fahrer beschreiben, ist hier sicher ausgeschlossen. Die Stufen dazwischen wirken auf mich mehr oder weniger  aufgesetzt, ein einfaches Rekuperation „An“ oder „Aus“ hätte mir völlig genügt. Dennoch war der Mensch von VW der festen Meinung, die Kunden würden sich genau solch eine Abstufung wünschen. Sicher eine Frage des Geschmacks.

Die zweite Runde stand an. Mein Beifahrer erklärte sich nun bereit, mir meine Fragen zu beantworten. Und da hatte ich vor allem zwei. Zunächst: Warum kostet ein Auto mit den technischen Daten des E-Golfs satte 35.000 Euro? Die vorhersehbare Antwort des Experten: ich solle bedenken, was ich dafür bekäme, ein voll-ausgestattetes E-Auto, „bester, deutscher“ Qualität, Sitzheizung, Navi und Rückfahrkamera eingeschlossen, was (wir erinnern uns an die Worte der VW-Spitze) ja nur einem Aufpreis von 5000 Euro gegenüber eines vergleichbaren Verbrenner-Modells entspräche.

Elektroauto VW e-Golf von der Seite

Elektroauto VW e-Golf von der Seite

Ich antwortete darauf, dass ich persönlich (Student) lieber ein Auto zum halben Preis hätte und gern auf den ganzen „Krims-Krams“ verzichten würde, dann wäre auch die Reichweite kein Problem. Nach einer kurzen Diskussion entschied der VW-Experte, dass ich wohl schlichtweg nicht zur Zielgruppe gehören würde. Mein Argument, die Leute hätten gern bezahlbare E-Mobilität und weniger High-Tech-Auto ließ er nicht gelten. „Die Kunden heute wünschen sich ALLE eine Sitzheizung, da kann man nicht darauf verzichten“.
Okay, hier spricht die VW-Philosophie, die nach meiner Meinung aber arg fragwürdig ist. Außerdem solle ich bedenken, dass man (im Vergleich zum Zoe, den ich als Beispiel für einen deutlich günstigeren Preis anführte) ja auch deutsche Qualität bekäme („Ein Leaf-Fahrer ist erst gestern in einen E-Golf gestiegen und hat geweint“).

Die Löhne, die Produktionsumstellung, das alles zahlt man ja auch mit, nicht zu vergessen das technische, neu-erworbene Know-How.
Okay, ich schließe jetzt mal daraus dass sich Nissan-Renault das Wissen dann wohl irgendwo geklaut und seinen Mitarbeitern nur Hungerlöhne bezahlt, was sich dann in der Qualität niederschlägt. Ähm ja.
Und zu guter Letzt, solle man auch nicht vergessen, so mein Beifahrer weiter, dass VW an seinen E-Autos keinen Cent verdient. Die gesamte E-Mobilität werde aus Überzeugung vorangetrieben und nicht, um Geld zu verdienen. Das ist sowieso ein Grundprinzip von Volkswagen, man arbeite nur für den Menschen. Das Lachen musste ich mir dann schon verkneifen, welcher Konzern würde denn auch bitte mit irgendeinem Produkt Geld verdienen wollen. Risikokapital investiert natürlich keine andere Firma, lieber Volkswagen-Konzern ich habe fast Mitleid.

Die Antwort auf meine nächste Frage, warum ein E-Golf denn nun nicht mehr als 150 km Reichweite (bei normaler Fahrweise) schaffen würde (Seitenblick zu Tesla), konnte ich mir da schon fast denken.
Die Antworten zusammengefasst:

  1. Teslas Angaben sind ja alle drastisch geschönt und halbieren sich bei „normaler“ Fahrweise locker. Das funktioniert nur bei 80km/h. (Ähm, nein, ich lernte bereits einen Tesla-Fahrer, der auf der Strecke Köln-Berlin gern 150 aufwärts fährt und nie Reichweiten-Sorgen hatte.)
  2. Ein größerer Akku würde ja auch viel mehr kosten, ein Tesla koste ja auch 100.000. (Naja, fast und dafür krieg ich ein Auto a la 7er-BMW, aber okay, bitte.)
  3. 3. Die großen Akkus von Tesla seien ja auch eine unsichere, gefährliche Bastlerlösung, auf die man sich doch bei solchen Preisen nicht verlassen wollen würde. Und wer weiß überhaupt wie lang die Akkus halten. (Ich habe mir dann gespart von Teslas Garantien anzufangen.) Ziel des Projektes E-Mobilität bei Volkswagen sei es ja auch vor allem, den Menschen diese Vorurteile zu nehmen.

Und da war die Probefahrt dann auch schon vorbei.

Elektroauto VW e-Golf von hinten

Elektroauto VW e-Golf von hinten

Mein Fazit: Der e-Golf ist ein tolles Auto, nur leider steht dahinter ein Konzern, der nach meiner Meinung alles andere als Interesse an einem wirklichen Fortschritt im Bereich E-Mobilität zu haben scheint.
Der Fortschritt passiert hier sehr, sehr langsam und unter Vorhaltung fragwürdiger technischer Ansätze. Mein Beifahrer wohl mag Recht haben, wenn er sagt, dass ich wohl nicht zur Zielgruppe des E-Golfs gehöre.

Meine Frage ist nur: wer gehört denn bei diesem Preis und diesen eigenwilligen Rechtfertigungen überhaupt zur Zielgruppe? Oder anders gefragt: Hat VW überhaupt Interesse daran E-Autos zu verkaufen? Oder ist das alles nur ein großes Greenwashing- und Image-Verbesserungsprojekt, bei dem man gleich noch ein paar Millionen zusätzlich verdienen kann?
Denn wenn es nicht so wäre, dann hätte der E-Golf meiner Meinung nach gute Karten mit etwas mehr Reichweite, einem attraktiveren, weil nicht künstlich aufgebauschten Preis durch eine knappere Ausstattung zu einem ernstzunehmenden, überzeugenden E-Fahrzeug zu werden, welches die Konkurrenz problemlos in den Schatten stellen könnte.

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