Die elektrische Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs

3 Minuten Lesezeit

Die Bundesregierung hat ihr Ziel, die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 auf eine Million zu erhöhen, etwas in die Zukunft verschoben. Trotz Umweltbonus steigen die Zahlen nur moderat.

Elektrobus Solaris in Hannover von hinten mit Ladestation

Elektrobus Solaris in Hannover von hinten mit Ladestation

Das Ziel soll nun bis 2022 erreicht werden. Für viele Experten stellt das Elektroauto die Zukunft des Individualverkehrs dar. Aber auch im öffentlichen Nahverkehr ist die aktuelle Debatte um die Luftreinhaltung präsent. Im Rahmen von Klimaschutzmaßnahmen setzen die Verkehrsbetriebe langsam ebenfalls auf Elektroantriebe.

Wie elektrisch ist der ÖPNV?

Täglich fahren rund 40.000 Busse auf deutschen Straßen. Die wenigsten sind mit Elektroantrieb ausgestattet. Laut Elektroauto International sind es gerade einmal 608 Elektrobusse. Doch soll diese Zahl in der nahen Zukunft steigen. Neben E-Bussen fahren in Deutschland auch Hybridbusse als Alternative zum Dieselmotor.

Davon sind deutschlandweit 422 Busse im Einsatz. Den Hybridbus sehen Experten als Brückentechnologie, bis die vollständige E-Mobilität erreicht ist. Außerdem fahren 99 batterieelektrisch angetriebene Busse und 66 Oberleitungsbusse durch Deutschland. Dabei ist das Land Nordrhein-Westfalen Spitzenreiter mit 177 Bussen, die mit Antriebsalternativen fahren, gefolgt von Niedersachsen mit 110 und Hamburg mit 75 Bussen. Die Bundesregierung stellt bis Ende 2021 70 Millionen Euro zur Verfügung, damit künftig mehr E-Busse auf Deutschlands Straßen fahren können.

Planungen laufen – Berlin plant vollständige Umstellung

Viele Verkehrsbetriebe wollen umweltfreundlicher fahren. In diesem Zusammenhang wird die Hybridtechnologie mittelfristig an Bedeutung verlieren. Seit Ende 2017 sind die Zahlen für die geplanten Beschaffungen von E-Bussen um das Vierfache angestiegen. Vor allem Berlin plant, so schnell wie möglich alle 1590 Busse auf Elektrobusse umzustellen.

Auch die Städte Bremen, Kiel und Wiesbaden planen die Umstellung ihres Bus-Fuhrparkt mit jeweils etwas mehr als 220 Bussen. Zunächst sind Pilotprojekte geplant. Nach erfolgreichen Testphasen geht PwC von weiter steigenden Beschaffungszahlen aus. Auch den Einsatz autonom fahrender Busse erproben einige Städte bereits.

So fahren schon vier dieser Fahrzeuge in Berlin und jeweils eines in Enge-Sande, Lahr, Mainz und Bad Birnbach. Für die Zukunft werden die fahrerlosen Busse an Bedeutung gewinnen. Damit lassen sich beispielsweise On-demand-Angebote ausweiten. Dadurch steigen Flexibilität sowie Kundenorientierung deutlich an.

Doch bis es so weit ist …

Die Entwicklung ist sehr positiv, die Umstellung des öffentlichen Personennahverkehrs auf Elektrobusse wirkt sich sicherlich positiv auf die Umweltbilanz aus. Doch bis es so weit ist, fahren noch einige Dieselfahrzeuge auf Deutschlands Straßen.

Um diese Fahrzeuge „sauberer“ zu machen, gibt es einen neuen synthetischen Dieselkraftstoff, der aus Erdgas hergestellt wird. Der sogenannte GTL-Kraftstoff (Gas-to-Liquid) verursacht Experten zufolge 25 Prozent weniger Feinstaub- und Stickoxidemissionen. Dieser Kraftstoff wird in Katar mithilfe von Sonnenenergie aus Erdgas produziert. GTL ist ein farb- und geruchloser Kraftstoff, der aussieht wie Wasser. Die Dieselbusse im ÖPNV eignen sich für den Einsatz von GTL sehr gut. Da diese Busse hauptsächlich in urbanen Gebieten unterwegs sind, wo es auf die Luftqualität ankommt, kommen die Eigenschaften von GTL besonders zum Tragen.

In diesem Zusammenhang sind keinerlei Veränderungen an den Fahrzeugen oder an der Tankinfrastruktur notwendig. Der Kraftstoff kann einfach anstelle des sonst üblichen Dieselkraftstoffs getankt werden. Gerade bei älteren Fahrzeugen lässt sich damit ein großer Emissions-Einspareffekt erzielen. Wie weit diese synthetischen Kraftstoffe wirklich sind und welche Alternativen außerdem bestehen, erläutert auto-motor-und-sport.de in einem Artikel.

 

Write a comment
To write a comment as guest you have to add your name and email.