Carsharing wird immer beliebter – Auch Elektroautos werden eingesetzt

Es passt zu der neuen Aufmerksamkeit auf alles Gesunde und Umweltbewusste: Das Carsharing in deutschen Großstädten. Carsharing bedeutet, dass ein Mensch sich einen PKW nehmen und damit eine Strecke fahren kann, ehe er es auf einem beliebigen Parkplatz abstellt und seiner Wege geht. One-Way, beziehungsweise Free-Floating-Konzept heißt dieses Vorgehen. Nutzer können mittels Chipkarte oder Smartphone das Auto aufschließen und benutzen. Allerdings bedeutet dies auch einen Nachteil: Es ist nicht sicher gestellt, dass immer ein Fahrzeug zur Verfügung steht, wenn dieses benötigt wird. Wer zuerst bucht, kann dieses benutzen und wenn alles im Umkreis ausgebucht ist, bleibt dem Menschen nichts anderes übrig, als auf andere Alternativen zurückzugreifen – Bus und Bahn beispielsweise. Im Regelfall aber sollte sich für jeden Interessierten ein Fahrzeug finden lassen.

Abbildung 1: Beim Free-Floating- Konzept kann das Fahrzeug einfach auf einem Parkplatz innerhalb des Einsatzgebiets abgestellt werden. Bildquelle: Marc Tollas / pixelio.de
Abbildung 1: Beim Free-Floating-Konzept kann das Fahrzeug einfach auf einem Parkplatz innerhalb des Einsatzgebiets abgestellt werden.
Bildquelle: Marc Tollas / pixelio.de

 

Carsharing boomt in den letzten Jahren

Dieser Nachteil macht das Prinzip aber nicht unbeliebt. Im Gegenteil, es gibt beinahe jedes Jahr eine Buchungssteigerung. Green.wiwo.de berichtet, dass das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel im Mai 2013 eine Buchungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr von fast 400 Prozent verzeichnet hat – allein in Berlin. Das Angebot muss in diesem Fall natürlich auch zur Nachfrage passen, deswegen stehen in der Hauptstadt etwa 2350 Fahrzeuge zur Verfügung, die nach dem Free-Floater-Konzept genutzt werden können. Andere Großstädte machen es der Hauptstadt mittlerweile nach, doch keine Stadt kommt bisher auf diese Anzahl. In Europa selbst sind insgesamt nur 7100 Wagen unterwegs, die von jedem genutzt werden können. Da Carsharing aber immer weiter wächst, wird sich diese Zahl in den nächsten Jahren sicher noch erhöhen.

 

Umweltbewusstes Fahren

Carsharing selbst ist schon ein umweltbewusstes Prinzip. Dieses wird allerdings noch weiter gedacht. Es gibt mittlerweile nicht nur PKWs mit Verbrennungsmotoren, sondern auch solche mit elektronischem Antrieb. Vor allem in Berlin werden diese eingesetzt, da die Hauptstadt eine einmalige Infrastruktur mit zahlreichen Auflade-Möglichkeiten für die E-Autos hat. Über 200 Ladepunkte stehen den Fahrern zur Verfügung. Die Frage, die sich sowohl bei den Verbrennungsmotoren als auch beim Batteriebetrieb stellt, ist allerdings: Wer übernimmt das Tanken oder Aufladen des Autos? Dies ist nicht pauschal zu beantworten, es kommt auf den Anbieter an. Bei einigen übernehmen dies Service-Mitarbeiter, bei anderen tankt oder lädt der Nutzer selbst und bekommt dafür Freiminuten zum Fahren.

Das Aufladen oder Tanken übernimmt meist ein Service-Mitarbeiter des Carsharing-Anbieters. Bildquelle: Kurt F. Domnik / pixelio.de
Abbildung 2.Das Aufladen oder Tanken übernimmt meist ein Service-Mitarbeiter des Carsharing-Anbieters.
Bildquelle: Kurt F. Domnik / pixelio.de

 

Gebühren beim Carsharing

Die Freiminuten deuten an, dass das Carsharing nicht kostenlos ist. Dies ist richtig, immerhin müssen die Fahrzeuge gewartet und bei Bedarf repariert werden, der Tank oder die Batterie muss immer gefüllt sein und so weiter. In den meisten Fällen werden die Gebühren nach der Kilometerzahl abgerechnet, beispielsweise 30 Cent pro Kilometer. Dafür muss das Unternehmen, dass die Autos zur Verfügung stellt, allerdings wissen, wo sich welcher PKW gerade befindet und wie viele Kilometer er gefahren ist. Dies funktioniert besonders gut mit Telematik-Systemen. Telematik bedeutet eine Kombination aus Telekommunikation und Informatik. Durch einen für den Fahrer unsichtbaren Bordcomputer kann der genaue Standort sowie die Uhrzeit und das Datum zu diesem Standort protokolliert werden. So können Unternehmen mit wenigen Klicks die Auswertungen jedes Fahrzeugs bekommen und den Nutzern sagen, wie viele Kilometer sie gefahren sind und welche Gebühren deswegen auf sie zukommen. Das System ist fair, da die Nutzer die Fahrt buchen müssen und das Unternehmen so genau weiß, wann jemand mit dem PKW losgefahren ist und ihn dann wieder an einem anderen Ort abgestellt hat. Zusammen mit den Daten des Telematik-System sehen Unternehmen also genau, wer wie lange und wie weit mit dem Auto unterwegs war.

 

Bildnachweise

Abbildung 1: Marc Tollas  / pixelio.de
Abbildung 2: Kurt F. Domnik  / pixelio.de

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Kai
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