Laut McKinsey wird China kein Leitmarkt für Elektroautos und andere Elektromobile

(21.04.2012)

China gilt bei dem Thema Elektroauto als Führend, McKinsey zweifelt allerdings daran, das sich China als Leitmarkt etablieren kann.

Bei allem Fortschritt, Technologiehunger und Mobilisierungsbedarf: China wird in puncto E-Mobilität weltweit wohl nicht den Ton angeben. Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET

An China führt in der Automobilindustrie derzeit kein Weg vorbei. Allerdings sind die Chinesen bei dem Thema Elektromobilität nicht führend und wird es in naher Zukunft auch nicht sein, dies behauptet die Unternehmensberatung McKinsey. Das Problem von China sei, dass besonders die Zulieferer in China mit der Komplexität der Technik überfordert sind und auch die Infrastruktur einen massiven Ausbau derzeit nicht zulässt.

Bisher sind erst 16.000 der bis 2015 geplanten 400.000 Ladepunkte vorhanden, zudem gibt es keinen gemeinsamen Standard. State Grid als zentraler Netzbetreiber setzt auf Batteriewechselstationen. Außer Chery lässt sich den Angaben zufolge aber kein Hersteller darauf ein. Auch die Stecker der Ladesäulen variierten von Stadt zu Stadt, eine Vereinheitlichung sei nicht absehbar, so Axel Krieger, Automobilexperte und Partner im Pekinger Büro von McKinsey.

Ein weiterer Punkt, der das Wachstum lähmt, ist ähnlich wie in den westlichen Ländern der Kostenfaktor. „Chinas Autokäufer können sich batterieelektrische Autos nicht leisten – diese werden angesichts der Kostenprognosen für Batterien erst nach 2020 wettbewerbsfähig“, so Krieger. Der Bau von Hybridautos mit Range Extender, die Kurzstrecken von zehn bis 20 Kilometern rein elektrisch fahren könnten, sei zwar sinnvoll, aber ebenfalls nicht in Sicht.

Die größten Probleme, die gegen China sprechen, sind jedoch hausgemacht. McKinsey sieht sie in den fehlenden Lieferketten für eine Elektroauto-Produktion. „Hier gibt es große Probleme. Die Regierung schreibt vor, dass mindestens eine der drei Hauptkomponenten – Batterie, Elektromotor oder Leistungselektronik – von lokalen Zulieferern stammen muss“, erklärt Krieger. Doch nach Aussagen der Hersteller sei es enorm schwer, die Lieferketten vor Ort zu etablieren. Zwar mangele es nicht an Batterieherstellern im Bereich der Consumer Electronics, „doch die Mengen-, Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen der Autohersteller überfordern sie“.

Die Zukunft der Elektromobilität sieht McKinsey eher in Japan, den USA und Europa. Besonders die Japaner hätten große Schritte gemacht. So liefen dort bereits zahlreiche Pilotprojekte und die meisten Elektrofahrzeuge. Auch bei den Lieferketten seien sie am besten aufgestellt.

(Auto-Reporter.NET/br)

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