Elektrofahrzeug-Boom: Chancen und Risiken

3 Minuten Lesezeit

(11.07.2011)

Langsam und leise, aber sicher nimmt die Zahl der Elektrofahrzeuge in Deutschland zu. Im Jahr 2010 kündigte die Bundesregierung einen umfassenden Ausbau der Elektromobilität an. Doch der erwartete Boom blieb bislang aus. Trotzdem ist es nur eine Frage der Zeit, bis es auf den deutschen Straßen nicht mehr stinkend und laut brummt, sondern umweltfreundlich und leise summt. Denn Elektrofahrzeuge rücken, umweltfreundlich wie sie sind, immer mehr in den Fokus der Automobilhersteller und Verkehrsplaner.

Nicht zuletzt die steigenden Ölpreise machen das Fahren mit Strom zur Technologie der Zukunft. Deswegen sind sich Experten sicher, dass der Boom noch kommen wird und aus den derzeit nur wenig über 3.000 Fahrzeugen auf den deutschen Straßen schnell mehr werden. Bei Car-Sharing-Projekten und Autovermietungen in den Großstädten jedoch liegen die Anteile der Elektrofahrzeuge bereit jetzt schon zwischen 5 und 10 Prozent. Diese Fahrzeuge sind wie auch die Unfallversicherung online per Smartphone oder PC zu ordern.

Immer leiser, immer schneller, immer weiter

Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, festgeschrieben im „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“, sind eine Million Elektrofahrzeuge im Jahr 2020. Um dieses erreichen zu können, ist die Forschung in den letzten Jahren enorm vorangetrieben worden. Somit sind die Elektromotoren wesentlich effizienter geworden. Die Batterien waren und sind teilweise immer noch die Schwachpunkte von Elektroautos und E-Bikes. Ein hoher Preis sowie eine zu kurze Reichweite gepaart mit langer Ladedauer war das Manko der Batterie des Elektrofahrzeuges. Hinzu kam die vielerorts noch fehlende Infrastruktur mit Stromtankstellen und anderen Ladestationen. Derzeit arbeitet die Forschung mit Hochdruck an der Entwicklung von Hochleistungsbatterien, die die Reichweite der leisen Fahrzeuge vervielfachen sollen.

Steigende Unfallzahlen befürchtet

Auch die Verbesserung der Infrastruktur steht auf der Agenda der Politiker. Während die Entwickler und Hersteller der Elektrofahrzeuge wie auch die Bundesregierung die Elektromobilität nicht schnell genug vorantreiben können, sehen Verkehrs- und Unfallexperten die Entwicklung teilweise kritisch. Denn das so umweltfreundliche wie leise Fahren bringt auf der anderen Seite ein Risiko mit sich, an das vorher niemand gedacht hatte. Denn ein Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor hört man schon von Weitem kommen, ein Elektromobil nicht. Bei Elektrofahrrädern kommt hinzu, dass damit auch Personen, die nicht besonders fit sind, erstaunliche Geschwindigkeiten erreichen können. Ein E-Bike, das bis zu 25 Stundenkilometer schnell wird, kann den Fahrer sowie Unbeteiligte schwer verletzen. Die Schnellen Pedelecs („S-Pedelecs“) werden sogar bis zu 45 Stundenkilometer schnell. Die meisten Unfälle erwarten Experten aber wegen der kaum vorhandenen Fahrgeräusche: Wo ein Fußgänger ein ’normales‘ Auto schon aus der Ferne kommen hört, da ist es dann, wenn das Elektrofahrzeug um die Ecke biegt, möglicherweise schon zu spät, die andere Straßenseite noch rechtzeitig zu erreichen. Deswegen fordern Unfallforscher die Schaffung neuer Fahrzeugklassen für die Elektromobile.

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