Gebrauchtes Elektroauto verkaufen – worauf Verkäufer achten sollten

Elektroautos gelten als umweltfreundliche Alternative zum Benziner oder Diesel. Deren Zahl ist auf deutschen Straßen trotz anderslautender Forderungen aus der Politik nach wie vor überschaubar. Das Kraftfahrtbundesamt hat für den 1. Januar 2014 einen Bestand von 12.156 Elektrofahrzeugen ermittelt. Angesichts der knapp 30 Mio. Benziner und mehr als 13 Mio. Dieselfahrzeugen eine scheinbar verschwindend geringe Anzahl. Warum überhaupt den Verkauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs in Erwägung ziehen?

Anders als bei den „klassischen“ Antriebsformen ist die Zahl der Neuzulassungen bei Elektro- und Hybridfahrzeugen in der Vergangenheit deutlich gestiegen. Beispiel: Zwischen 2013 und 2014 nahm die Zahl der neu zugelassenen Hybridautos laut KBA-Auswertung um fast ein Drittel zu. Bei den Elektrofahrzeugen erreichte die Zahl der Neuzulassungen sogar eine Steigerung um mehr als 70 Prozent. Und je größer das Interesse an der Elektromobilität ist – und je mehr neue Modelle auf den Markt kommen – umso größer die Chance auf einen Verkauf gebrauchter Elektrofahrzeuge. Wer sein Elektroauto loswerden will, sollte einige im Hinterkopf behalten – um für das Fahrzeug einen Käufer zu finden.

 

Elektroauto smart fortwo ED © Efraimstochter (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Elektroauto smart fortwo ED
© Efraimstochter (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Elektroautos: Beim Verkauf unschätzbare Vorteile unterstreichen

Warum sollte ich mir statt eines Benzinern oder Diesels ein Elektroauto in die Garage stellen? Potenzielle Käufer muss man von den Vorzügen der Elektromobilität überzeugen. Am besten lässt sich das Interesse für das gebrauchte Elektroauto erreichen, in dem auf die Vorteile dieser Art der Fortbewegung hingewiesen wird.

Besitzer eines Elektroautos erreichen heute das, wovon selbst mancher Halter eines Hybridfahrzeugs nur träumen kann – eine CO2 freie Fortbewegung. Schließlich werden im E-Auto keine fossilen Energieträger verbrannt. Gleichzeitig punktet das Fahren mit Strom noch an anderer Stelle. Ein Elektroauto ist nicht einfach nur geräuschlos auf der Straße unterwegs. Wer in eines der wenigen Elektroautos einsteigt, bewegt sich mit einem Motor fort, dessen Wirkungsgrad im Vergleich zum Benziner oder Diesel deutlich höher ist.

Und noch etwas lässt das Elektroauto davonziehen: Die geringeren Wartungskosten. Anders als beim Verbrennungsmotor kommt ein Elektromotor mit deutlich weniger Bauteilen aus. Dieser unkompliziertere Aufbau sorgt dafür, dass ein Elektrofahrzeug weniger störanfällig ist. Zumal der Verschleiß hier niedriger ausfällt. Der letzte große Pluspunkt macht sich im Geldbeutel bemerkbar. Während die Nachbarn teuer Sprit tanken, schluckt das E-Auto Strom – und ist damit auch im Unterhalt wesentlich günstiger. Hundert Kilometer, die bei Autos mit Verbrennungsmotoren schnell 10 Euro oder mehr kosten, schlagen beim Elektroauto mit 1,50 – 2 Euro zu Buche.

Die Vorteile der Elektroautos im Überblick:

  • kostengünstiger Verbrauch
  • niedrige Wartungskosten
  • weniger Verschleiß
  • hoher Wirkungsgrad
  • gute Motorleistung

Natürlich sollte auch der Nachteil der geringeren Reichweite nicht verschwiegen werden. Die Akku-Technologie wird jedoch stetig besser, so dass heute bereits Hybrid-Fahrzeuge mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern möglich sind.

 

Wo sollte ein Verkäufer aktiv werden?

Wer sich ein neues Elektroauto wünscht, gibt einfach den alten Pkw ab – fertig. Leider ist der Verkauf nicht immer so einfach. Gerade wenn es um den optimalen Verkaufspreis geht, machen ein paar Überlegungen Sinn. Die einfachste Variante ist wahrscheinlich der Gang zum Gebrauchtwagenhändler. Letzterer prüft das Elektroauto, bewertet dessen Zustand sowie die Verkaufsmöglichkeiten – und nennt einen Ankaufspreis.

Das Problem: Jeder Händler verfolgt ein geschäftliches Interesse. Nur Fahrzeuge, die günstig angekauft und teuer verkauft werden, füllen die Kasse der Gebrauchtwagenhändler. Dieser Grundsatz gilt natürlich auch beim Thema Elektroauto. Welche Möglichkeit hat man als dessen Besitzer aber noch?

Neben dem Händler um die Ecke bietet dies das Inserieren über Online-Portale an. Der Vorteil: Mit wenigen Klicks erreicht das gebrauchte Elektroauto ein breites Publikum. Parallel ist der zu erzielende Verkaufspreis in vielen Fällen höher als beim Händler, da dessen Gewinnspanne entfällt. Und auch die Kosten für das Inserat bleiben überschaubar. Abseits von Vorteilen, wie:

  • einer hohen Reichweite
  • höheren Verkaufspreisen
  • und überschaubaren Nebenkosten

haben die Portale natürlich auch einige Risiken. Beim Privatverkauf muss sich der Halter um die Abmeldung des Fahrzeugs kümmern und setzt sich einer gewissen Gefährdung durch betrügerische Absichten aus.

Bleibt noch eine dritte Alternative – der Ankaufs-Dienstleister. Deren besondere Stärke liegt in der unkomplizierten Abwicklung des Elektroauto-Verkaufs. Oftmals fragen sich Verkäufer: „Wie viel ist mein Auto wert?“ Hier bieten nicht selten Ankaufs-Dienstleister eine objektive Bewertung durch Gutachter an und melden das Fahrzeug auf Wunsch auch noch selbst ab. Ein Service, der für Ankaufs-Dienstleister beim Zustandekommen des Gebrauchtwagenverkaufs mit inbegriffen ist. Zumal lassen sich auf diesem Weg auch etwas kompliziertere Fälle wie Unfallfahrzeuge oder Ähnliches verkaufen.

Was Verkäufer tunlichst unterlassen sollten

Beim Verkauf eines Elektroautos will man den bestmöglichen Preis erzielen. Der Besuch einer Autoaufwertung, die das Fahrzeug vom Reifen bis zum Dach polieren, ist ein Mittel für den besseren Look. Auf der anderen Seite ist die Verlockung groß, den einen oder anderen Euro herauszuschlagen – in dem man zum Käufer nicht ganz ehrlich ist. So werden trotz Nachfrage Informationen zur Unfallvergangenheit, Reparaturen oder bekannten Mängeln verschwiegen.

Ein Verhalten, das für den Verkäufer schwerwiegende Folgen hat. Werden Angaben zur Beschaffenheit unterlassen oder falsch gemacht, kann der Käufer durchaus eine Nachbesserung verlangen – auch beim Privatkauf. Aussagen im Hinblick auf Rücknahme, Garantie und Gewährleistung, die bei diesen Geschäften ausgeschlossen werden können, sind kein Freibrief für falsche Angaben in Bezug auf Laufleistung, Ausstattung, Fahrzeugbeschreibung oder anderen relevanten Punkten. Wer hier trickst, muss mit der Rückabwicklung des Verkaufs und eventuell sogar Schadenersatzansprüchen rechnen.

3 Elektroautos © atimedia (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
3 Elektroautos © atimedia (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Fazit: Elektroautos als Gebrauchtwagen

Diesel und Benziner sind nicht mehr die einzige Art der Fortbewegung. In den letzten Jahren hat die Elektromobilität an Bedeutung gewonnen. Gerade die Umweltfreundlichkeit spricht für diese Art des Fahrens. Wer sein Elektroauto verkaufen will, hat heute zunehmend mehr Optionen – und kann damit den optimalen Verkaufspreis erreichen. Trotz allem sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass Elektrofahrzeuge im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren deutlich in der Unterzahl sind, was sich auch in der Nachfrage bei Gebrauchten widerspiegelt. Geduld sollte daher genauso zu den Voraussetzungen für den Verkauf gehören wie Verhandlungsgeschick. Oder man macht es sich einfach und gibt das Elektroauto an einen Ankaufs-Service ab, der alles regelt.

 

Bildquellen:

Abbildung 1: © Efraimstochter (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Abbildung 2: © atimedia (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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Kai

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4 Gedanken zu „Gebrauchtes Elektroauto verkaufen – worauf Verkäufer achten sollten

  • 12. Februar 2015 um 19:32
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    Total hilfreich! Nix über Batterieleasing/Übernahme / Restwerte und SW-Updates etc.
    Was hat das mit EV´s und PHEV´s versus thermischen Fahrzeuge für einen NutzWERT sehr geehrter Kollege? Fahren Sie selbst 100% EV?
    Helau + Gruß

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  • 12. Februar 2015 um 20:46
    Permalink

    Der Artikel hat ein „Helau“ mehr als verdient.
    Was passiert eigentlich mit den ganzen Gebrauchten, wenn die Kaufprämie kommt? Die wird ja dann wohl nur für Neuwagenkäufe gelten. Dann rauschen die Preise für gebrauchte Stromer erst recht in den Keller, um konkurrenzfähig zu bleiben.

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  • 12. Februar 2015 um 21:51
    Permalink

    Muss mich den Vorrednern anschließen. Ist ja leider gar nix Elektroauto-spezifisches in dem Artikel. Noch allgemeinere Tipps zum Verkauf irgendeines Fahrzeugs habe ich selten gelesen. Die Dinge auf die es beim E-Auto ankommt, werden gar nicht angesprochen. Schade, da hatte ich auf einer Seite wie dieser einen Artikel mit echter Substanz erwartet, aber das hier hääte ja auch im Focus oder AMS stehen können…

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  • Pingback:Deutscher Auto Blogger Digest vom 12.02.2015 › "Auto .. geil"

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