Öko-Tarife der Kfz-Versicherer – Top oder Flop?

3 Minuten Lesezeit

(16.09.2013)

Mit sogenannten Öko-Policen erhalten Besitzer umweltschonender Fahrzeuge einen CO2-Rabatt bei ihrer Kfz-Versicherung. In der Regel setzen die Versicherer Verbrauchsobergrenzen fest. Liegt der Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer unter einem festgelegten Wert, so winkt ein Rabatt.

Hybridauto Auris Hybrid von Toyota ist ausverkauft

Hybridauto Auris Hybrid von Toyota ist in Europa ausverkauft.

Bedingungen für Rabatte prüfen

Was vielversprechend klingt, muss nicht wirklich preiswerter sein. Bei einem Preisvergleich stellt sich schnell heraus, dass Kfz-Besitzer mit einem Öko-Rabatt nicht unbedingt günstiger fahren. Einige Versicherer koppeln die Vergünstigung an die Erfüllung bestimmter Auflagen, etwa den Besitz einer Bahncard oder eine maximale Jahresfahrleistung. Wer Tarife vergleicht, sollte unbedingt einen Blick ins Kleingedruckte werfen! Die Höhe der Versicherungsprämie ist immer von verschiedenen Kriterien wie der Höhe der Deckungssumme oder der Schadenfreiheitsklasse abhängig. Denn wer umweltbewusst fährt, fährt nicht unbedingt sicherer. Die Versicherer kalkulieren die Höhe der Versicherungsprämien nach den Risiken und nicht nach dem Kohlendioxid-Austausch des versicherten Fahrzeugs. Ein Zusammenhang zwischen einer vorsichtigen und einer umweltschonenden Fahrweise besteht nicht.

Angebote der Direktversicherer einholen

Die „Welt Online“ hat Öko-Policen genauer unter die Lupe genommen. Demnach sparen umweltbewusste Fahrer nicht beim Abschluss einer Öko-Versicherung, obwohl die Versicherer mit Nachlässen von bis zu 15 Prozent werben. Vergleichsportale im Netz zeigen, dass gerade bei einem Online-Abschluss bei einem Direktversicherer deutlich mehr gespart werden kann, als bei einem Öko-Tarif. Eine Stichprobe der „Welt“ hat ergeben, dass für den Hybridwagen Toyota Auris sechs Policen ohne Öko-Rabatt günstiger waren. Bei den Vergleichsportalen liegen Öko-Versicherungen in der Regel immer hinter den klassischen Angeboten zurück. Hilfreich bei einem Vergleich sind vor allem die Informationsblätter der Versicherungen, in denen die Versicherer Leistungen und Bedingungen aufzeigen.

Speziell für Elektroautos gibt es Versicherungen, die auf diesen Fahrzeugtyp zugeschnitten sind. In den Verträgen sind besondere Leistungen, wie zum Beispiel die separate Versicherung des Akkus enthalten, die bei einem E-Auto durchaus sinnvoll sind.

Expertenanalyse einholen

Stiftung Warentest bietet eine kostenpflichtige Autoversicherungs-Analyse. Gegen eine Zahlung von 16 Euro ermitteln die Experten für jeden Einzelfall die günstigste Versicherung. Die Warentester empfehlen Verbrauchern, die auf die Beratung eines Versicherungsmitarbeiters verzichten können, den Abschluss einer Online-Police. Mit einer Direktversicherung kann in der Regel am meisten gespart werden. Neben dem Preis sollte man auch andere Qualitäten berücksichtigen, wie die Kundenzufriedenheit oder das Schadenservice des Versicherers. Dabei sind verschiedene unabhängige Tests hilfreich, wie z. B. das  FOCUS-MONEY Fairness-Ranking für Kfz-Versicherungen. In dem aktuellen Ranking belegt die Autoversicherung des Direktversicherers AllSecur den Spitzenplatz bei fairer Schadensregulierung. Zwei klassische Policen dieses Versicherers sind auch zwischen den sechs erwähnten Angeboten für den Hybridwagen Toyota Auris zu finden, welche billiger als die Öko-Versicherungen sind.
Nach Angaben der Versicherungswirtschaft ist die Nachfrage nach Öko-Tarifen eher gering, und das aus gutem Grund: Wer umweltbewusst fährt, fährt mit einem Öko-Tarif nicht automatisch günstiger. Ein genauer Vergleich der Angebote unter Berücksichtigung aller Faktoren ist sinnvoll.

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