In Karlsruhe haben Wissenschaftler ein Elektroauto entwickelt, das praktisch ohne Akku auskommt. Die Forscher haben dafür die Stromversorgung in Form von Leiterbahnen in die Straße verlegt, per Induktion wird Strom drahtlos übertragen.

Hier sieht man den E-Quicky, derzeit passt nur eine Person in das Fahrzeug. Trotz seiner geringen Größe erreicht dieses Elektroauto 50Km/h. Bildquelle: Hochschule Karlsruhe

Derzeit ist der Akku das teuerste Bauteil im Elektroauto und auch gleichzeitig einer der  Punkt und ein einschränkender Faktor für ein Elektroauto. Wissenschaftler der Hochschule Karlsruhe haben eine Möglichkeit gefunden, dieses Problem zu umgehen: Sie haben ein Elektroauto entwickelt, das – fast – ohne Akku auskommt.

Das Fahrzeug haben die Karlsruher E-Quickie genannt, das wie ein dreirädriges Liegefahrrad mit Kabine aussieht. Angetrieben wird es durch einen Nabenmotor im Hinterrad. Dieses Elektromobil wird allerdings ohne den Strom aus der Batterie, denn es bekommt den Strom direkt über die Straße. Am Unterboden des E-Quickie befinden sich ein Stromabnehmer, welcher den Strom direkt per Induktion zieht.

Um möglichst wenig Strom zu benötigen, wurde das Gewicht des Elektroautos gesenkt, so wurde es in Leichtbauweise konstruiert: Nur 60 kg wiegt der Einsitzer, unter anderem dank einer Karosserie aus Kohlefaser. Später soll das Gewicht auf  40 kg verringert werden. Die Mühe des ganzen ist, das der Motor viel weniger Leistung aufbringen muss: Gerade mal 2 kW leistet der Nabenmotor, dieser ermöglicht aber eine Geschwindigkeit von 50 km/h.

Für den E-Quickie gab es bereits einen Test: Ende Mai für das Elektroauto auf einer 222 m langen Teststrecke 40 Runden. Durch solche Tests soll vor allem die Praxistauglichkeit getestet werden und die Energieeffizienz demonstriert werden.

Als Puffer und für den Notfall verfügt E-Quicky über einen kleinen Akku, dieser versorgt das Gefährt mit der Energie, wenn das Auto die Leiterbahn einmal verlassen muss. Als nächstes soll auf dem Hochschulgelände eine Teststrecke eingerichtet werden.

Das Thema Induktion ist bei Elektroautos allerdings nicht neu: Der japanische Automobilhersteller Nissan will Elektroautos per Induktion aufladen lassen.

Insgesamt ist der E-Quicky eine gute Sache für Menschen, welche sich später hauptsächlich in der Stadt aufhalten. Irgendwann könnte unter den Straßen in der Stadt die nötige Technologie verlegt werden, damit die Elektroautos auch während der Fahrt ihre Akkus laden können, oder direkt den Strom zur Fahrt nutzen. Wenn man dann mal ausserhalb der Stadt unterwegs ist, könnte der integrierte Akku die notwendige Energie aufbringen.

Quelle: golem
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Kai
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