Bisher sind Elektroautos für den Mittelstand fast unbezahlbar. Hier wittert Nissan seine große Chance und will mit dem Leaf im nächsten Jahr den ersten erschwinglichen E-Kompaktwagen anbieten.
Bisher gibt es ausser den Tests wie zum Beispiel dem Mini-E von BMW nur Tesla, als frei verkäufliches Elektroauto, der Tesla kostet allerdings 100.000Euro – der Nissan Leaf soll nur ca. 30.000Euro kosten.

Der Nissan Leaf von aussen, als Elektroauto braucht er keine großen Kühlerschlitze. Bildquelle: Nissan

Wenn Nissans Elektroauto Leaf nach dem Jahreswechsel in den ersten europäischen Ländern in den Handel kommt, wird er nach Abzug der jeweiligen Fördermittel deutlich unter 30.000 Euro kosten. Damit sei er nicht teurer als ein vergleichbar ausgestattetes Modell mit Dieselmotor oder Hybridantrieb, rechnet Nissan vor und erwartet deshalb bei der Öffnung der Bestelllisten ab Juni einen ordentlichen Ansturm.
Anders als die elektrisch angetriebenen Smart und Mini oder der Tesla Roadster ist der Leaf kein konventioneller Pkw, der einfach auf den Elektroantrieb umgerüstet wurde, der Leaf wurde von vornherein als Elektroauto entwickelt.

Im Wagenboden ist genügend Platz für 48 flache Lithium-Ionen-Akkus, die aussehen wie Aluschalen von Fertiggerichten und sonst im Wagen keinen weiteren Bauraum beanspruchen. Wo bei anderen E-Autos der Kofferraum oder der Platz im Fond auf der Strecke bleiben, ist der 4,45 Meter lange Leaf ein vollwertiger Fünfsitzer, in dem es so geräumig zugeht wie in einem ähnlich großen VW Golf.

Das Display ist vollständig digital. Man sieht hier auch wie weit man mit seinen Akkus noch ungefähr kommt. Allen in allem finde ich das Display und die Aufteilung sehr gelungen. Bildquelle: Nissan

Ebenfalls dem Elektroantrieb verdankt der Leaf sein ungewöhnliches Design: Um die Reichweite zu maximieren, haben die Entwickler den Luftwiderstand minimiert. Deshalb erinnert der Leaf ein wenig an einen Wal im Windkanal, bei dem man die Turbinen zu schnell laufen ließ. Schön ist der Wagen nicht, aber sparsam. Außerdem kann man ihn ähnlich wie den Toyota Prius oder den Honda Insight auf Anhieb als sauberen Sonderling erkennen, ohne dass es wie etwa beim Mini große bunte Aufkleber braucht.

Das Fahrverhalten selbst ist keine Überraschung: Wie jedes E-Mobil wird auch der Leaf ein solider Sprinter, weil beim Elektromotor das maximale Drehmoment sofort beim Start zur Verfügung steht. Der Leaf hat 109 PS Leistung und 280 Nm maximales Drehmomentt.

Aber wie bei jedem anderen Elektroauto wird die Luft dafür nach oben auch schnell wieder dünn, so dass man jenseits von 70, 80 km/h etwas Geduld mitbringen muss. Außerdem regeln die Japaner den Wagen mit Rücksicht auf die Reichweite bei 140 km/h ab.

Gespeist wird der Motor von insgesamt 48 Modulen mit jeweils vier Zellen und einer Kapazität von zusammen 24 Kilowattstunden. „Das reicht für 160 Kilometer“.  Doch für eilige Reisende plant Nissan spezielle Schnellladestationen mit Starkstrom. So kann man in 30 Minuten 80 Prozent der Akkukapazität aufladen. 10 Minuten bringen daher ca. 50Km Reichweite.
Nachdem in Amerika bereits der große Leaf-Hype ausgebrochen ist, rechnen die Japaner auch in Europa mit einer immensen Nachfrage. Starten wird der Leaf noch im Dezember 2010 zunächst in Portugal, wo der Fünfsitzer nach Abzug der staatlichen Prämie von 5000 Euro exakt 29.955 Euro kosten soll. In England bekommen Leaf-Fahrer einen Zuschuss von 5000 Pfund und zahlen deshalb 27.471 Euro. In den Niederlanden kostet der Leaf zwar 32.839 Euro. Doch können Privatfahrer mit Steuererleichterungen von 6000 und Firmen sogar mit 19000 Euro rechnen. Und in Irland steht der Wagen nach Abzug von 5000 Euro Zuschuss mit 29. 995 Euro in der Liste.

Deutschland ist zwar der mit Abstand größte Pkw-Markt in Europa, geht aber bei den Leaf-Lieferungen erst einmal leer aus: Nissan hat die Einführungstermine nach der Höhe der Zuschüsse sortiert. Aber lange wird die Geduldsprobe nicht dauern, versprechen die Japaner: „Ab Ende 2011 ist der Leaf in ganz Westeuropa auf dem Markt.“

[Via: Fokus.de]

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