Ist der Wankelmotor der ideale Range-Extender für Elektroautos?

(20.10.2013)

Dem Elektroauto geht es fast so wie dem Wankelmotor, denn beide hatten in der bisherigen Geschichte des Automobils immer wieder eine starke Nachfrage erlebt. Nun scheint das Elektrofahrzeug gekommen zu sein, um zu bleiben. Und es gibt Menschen, welche den Wankelmotor für einen idealen Range-Extender für Elektromobile halten.

Das Elektroauto Audi A1. Bildquelle: Audi
Das Elektroauto Audi A1. Bildquelle: Audi

Der Mazda RX8 ist zweifellos in die Jahre gekommen, doch der japanische Hersteller hat noch keinen Anlass gesehen, sich offiziell vom Wankelmotor zu verabschieden. Die Firma hatte bereits 1961 das Patent des Kreiskolbenmotors von Felix Wankel erworben. Sechs Jahre später und fast zeitgleich mit Audi-NSU brachten die Hersteller die ersten in Großserie gefertigten Wankelmotor-Autos heraus. In Deutschland war es der „Ro 80“, in Japan und Amerika der „Cosmo“. Der Ro 80 wurde gar zum „Auto des Jahres“ gekürt, doch technische Kinderkrankheiten und hoher Verbrauch im Angesicht der ersten Ölkrise machten ihm den Garaus. In Frankreich versuchte Citroen mit dem Modell GS Birotor sein Wankel-Glück. Mercedes-Benz experimentierte mit einem Vierscheiben-Wankel, holte 350 PS heraus und machte das Versuchsfahrzeug „C 111“ damit 300 km/h schnell. Auch Porsche, MAN und General Motors suchten als Lizenznehmer den richtigen Dreh, in Motorrädern von Hercules und Suzuki fand sich das Aggregat ebenfalls wieder. Ein Gleitflossen-Motorboot namens „Zisch“ sorgte 1971 für Furore, Lada entwickelte einen Flugzeugmotor auf der Basis von Wankels Erfindung.

Vor genau 22 Jahren sorgte der Wankelmotor für eine Sensation im Rennsport. Der Mazda 787 B gewann das bedeutendster Langstrecken-Rennen der Welt, die 24 Std. von Le Mans. Zwar profitierte das japanische Team vom Ausfall der favorisierten und lange führenden Mercedes-Boliden, dennoch hatten die Fahrer Volker Weidler, Johnny Herbert und Bertrand Gachot mit einer gefahrenen Strecke von mehr als 4920 Kilometern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 205,3 km/h die Standfestigkeit des 700 PS starken Vierkolben-Motors beweisen.

Möglicherweise hat das Drehkolben-Prinzip seine Zukunft sogar noch vor sich. Aufgrund der kompakten Bauweise des Motors halten ihn viele Konstrukteure für einen idealen „Range Extender“ in Elektrofahrzeugen. Der Wankelmotor könnte bei konstanter Drehzahl den Strom liefern, der zum Laden der Batterie und so zur Reichweiten-Verlängerung dient. Mit dem Prototypen des Elektroauto A1 e-tron hatte Audi im vergangenen Jahr seinen Wankel-Mut unter Beweis gestellt. Kurze Zeit später verkündete der vorübergehende Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer zwar das Aus für die Entwicklung, inzwischen ist aber auch Dürheimer bei Audi Geschichte. Es bleibt also spannend, wo die nächste Begegnung mit Wankels Motor stattfinden wird.

Via: (ampnet/aeb)

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Kai

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