(28.07.2011)
Um im Falle eines leeren Akku nicht mit dem Elektroauto (oder einem Elektromobil) am Straßenrand stehen zu bleiben, gibt es verschiedene Ansätze – so zum Beispiel einen Notfallbatterie.In Zukunft könnte es auch die Möglichkeit geben, die Batterien einfach mit Hilfe von Bakterien aufzuladen.
(Bildquelle: MIT)
Gerade bin ich über eine ältere Meldung gestoßen, welche auch als Notakku für Elektromobile US-Forscher haben eine von Bakterien betriebene “Batterie” entwickelt, die konstant und auf lange Dauer Energie liefert. Rhodoferax ferrireducens ist eine Mikrobe vom Meeresboden, die Zucker direkt in Energie verwandeln kann. Sie produziert beim Verzehr verschiedener Arten von Zucker Elektronen, die sie unmittelbar an Elektroden weitergibt. Die einzigartige Fähigkeit des kleinen Organismus, aus Glukose, Fruktose oder Xylose nutzbare Energie zu liefern, wird in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift “Nature Biotechnology” (Oktober) vom Montag vorgestellt.
Die beiden Forscher Derek Lovley und Swades Chaudhuri vom Institut für Mikrobiologie der Universität von Massachusetts in Amherst sagen, dass die von Rhodoferax ferrireducens gespeisten Batterien im Gegensatz zu anderen Bioenergiezellen kein Übertragungsmittel brauchen, das die Elektronen aus der Zelle zu der Grafit-Elektrode (Anode) trägt. Damit steigt auch die Effizienz der Energiegewinnung. Die von ihnen entwickelte Batterie schaffe es, mehr als 80 Prozent der in dem Zucker gelagerten Energie in Elektrizität umzuwandeln, schreiben Lovley und Chaudhuri. Damit sei sie allen anderen vergleichbaren Bio-Zellen mit einer Ausbeute von maximal 50 Prozent weitaus überlegen.
Auch können Bioabfälle aus der Landwirtschaft, aus städtischem und industriellem Müll genügend Energie enthalten, zumeist in Form von Kohlenhydraten, um die Mikroben zu füttern und damit zur Elektronenproduktion anzuregen. Damit sei die Welt ihrem Ziel, nutzbare Energie aus Abfällen zu produzieren, einen Schritt näher gekommen, heisst es in “Nature Biotechnology”.
Der Prototyp nennt sich Biovolt und nutzt die Energie, die von Bakterien aus Zucker, Stärke und anderen organischen Materialien hergestellt wird. Bisher reicht das Potenzial solcher Brennstoffzellen nur zum Betreiben von kleineren Geräteakkus (MP3-Player, etc.)
Laut des MIT-Team belaufen sich die Kosten des gesamten Systems auf rund zwei Dollar. Auch dauert ein Ladevorgang eines einzigen Akku ca. 6 Monate, aber durch eine Verbesserung des Katalysators könne die Geschwindigkeit allerdings um das 100-fache steigern.
Ob man mit genau diesen Bakterien also eine Batterie eines Elektroauto aufladen kann, wird noch dauern – aber es ist ein interessanter Ansatz.
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